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Verbraucher

Bericht: Kaffee in Deutschland mit verbotenen Pestiziden belastet

Ein neuer Bericht von Umweltorganisationen zeigt, dass konventionell angebauter Kaffee in Deutschland mit Pestiziden belastet ist, die in der EU verboten sind. 59 Prozent der eingesetzten Wirkstoffe sind nicht zugelassen.

25. Juni 2026
Bericht: Kaffee in Deutschland mit verbotenen Pestiziden belastet

Eine neue Untersuchung von Coffee Watch, der Deutschen Umwelthilfe, dem INKOTA-Netzwerk und dem Pesticide Action Network (PAN) UK legt offen, dass konventionell angebauter Kaffee, der in Deutschland vermarktet wird, mit nicht zugelassenen Pestiziden belastet ist. Der Bericht identifiziert insgesamt 159 Pestizidwirkstoffe, die im Kaffeeanbau eingesetzt werden.

Hochalarmierend ist, dass 59 Prozent dieser eingesetzten Wirkstoffe in der Europäischen Union verboten sind. Diese Substanzen werden vorrangig in den Anbauländern verwendet, wo sie erhebliche Risiken für die Gesundheit von Arbeitskräften, die Artenvielfalt und die Umwelt darstellen. Schließlich gelangen die Rückstände über globale Lieferketten in die Kaffeeprodukte, die auch auf deutschen Märkten erhältlich sind.

Silke Bollmohr vom INKOTA-Netzwerk, Hauptautorin des Berichts, kritisiert die Doppelmoral der Branche: „Pestizide, die in der EU als zu gefährlich eingestuft sind, werden in Kaffeeanbauländer exportiert und dort unter deutlich schwächeren Schutzstandards eingesetzt. Der so produzierte Kaffee gelangt anschließend wieder in unsere Supermärkte – die gesundheitlichen Folgen tragen jedoch andere: Arbeiterinnen und Arbeiter, ihre Familien und die Bevölkerung in den Anbaugebieten.“ Svane Bender von der Deutschen Umwelthilfe fügt hinzu, dass die durch hochgiftige Pestizide im Kaffeeanbau verursachten Schäden für Mensch und Natur katastrophal seien.

Die Organisationen fordern die Bundesregierung und die EU auf, den Export von in Europa verbotenen Pestiziden zu stoppen. Gleichzeitig sollen Unternehmen stärker in die Pflicht genommen werden, den Übergang zu einer ökologisch verträglichen und menschenrechtskonformen Kaffeeproduktion mitzufinanzieren. Der Bericht warnt, dass etwa jede fünfte Tasse Kaffee giftige Pestizidrückstände enthalten könnte, während die Menschen in den Anbauländern den Risiken oft ungeschützt ausgesetzt sind.

Originalquelle: duh.de