Analyse: KI-Boom verschiebt wirtschaftliche Wertschöpfung in Richtung physischer Güter
Laut Lindsey Witmer Collins, CEO von WLCM App Studio, entwertet KI digitale Dienstleistungen, während die Bedeutung von Rohstoffen und Live-Erlebnissen zunimmt.

Die zunehmende Verbreitung von KI-Technologien verändert die ökonomische Landschaft grundlegend, insbesondere für Dienstleister und Softwareentwickler. Lindsey Witmer Collins, CEO von WLCM App Studio, stellt fest, dass die Automatisierung durch KI den Wert digitaler Arbeit schwinden lässt, da die Kosten für die Erstellung von Inhalten und Code gegen null tendieren. Dies setzt vor allem Unternehmen unter Druck, die als reine Intermediäre oder Produzenten digitaler Standardgüter agieren.
Collins sieht die zukünftige wirtschaftliche Relevanz an den entgegengesetzten Enden eines spekulativen „Barbells“: Einerseits steigen kritische Rohstoffe wie Kupfer, die für den Betrieb von Rechenzentren und die allgemeine Elektrifizierung unverzichtbar sind, im Wert. Da die Erschließung neuer Minen langwierige Genehmigungsverfahren erfordert, gewinnen Ansätze zur Rückgewinnung bereits existierender Materialien an Bedeutung.
Die andere Seite der Gleichung bilden physische, menschliche Erlebnisse. In einer Zeit, in der KI nahezu alles digital simulieren kann, gewinnt das Unersetzbare an Seltenheitswert. Live-Sport, Konzerte und persönliche Interaktionen, die eine physische Präsenz erfordern, werden laut Collins wirtschaftlich immer attraktiver. Während die KI die mittlere Ebene – Modelle und Rechenleistung – zunehmend commodifiziert, steigen die Preise für das, was nur die Erde liefern kann oder was nur durch menschliche Anwesenheit erzeugt wird.