Studie zeigt: Rechenzentren schaffen Arbeitsplätze erst mit Verzögerung
Eine Untersuchung von über 1.500 US-Rechenzentren ergibt, dass diese erst drei bis fünf Jahre nach Inbetriebnahme etwa 1.000 bis 1.300 lokale Arbeitsplätze außerhalb der Anlage schaffen.

Eine Analyse von 1.584 US-Rechenzentren, die zwischen 2000 und 2023 in Betrieb gingen, verdeutlicht, dass die direkten Beschäftigungseffekte vor Ort gering sind, während sekundäre Effekte erst nach einer Anlaufzeit eintreten. Im Durchschnitt entstehen in den betroffenen Bezirken drei bis fünf Jahre nach der Inbetriebnahme zwischen 1.000 und 1.300 neue Arbeitsplätze.
Die neuen Stellen konzentrieren sich dabei vor allem auf Branchen wie Logistik, technische Dienstleistungen und das Immobilienwesen. Ein signifikanter Anstieg in lokalen Dienstleistungsbereichen wie Gastronomie oder Einzelhandel konnte hingegen nicht nachgewiesen werden. Der Ausbau der Energie- und Glasfaserinfrastruktur begünstigt laut der Untersuchung weitere Unternehmensansiedlungen oder Erweiterungen bestehender Anlagen.
Vor dem Hintergrund wachsenden Widerstands gegen Rechenzentrum-Projekte, der 2025 bereits zur Verzögerung oder Stornierung von Bauvorhaben im Wert von 156 Milliarden Dollar führte, unterstreichen die Autoren die Komplexität der kommunalen Kosten-Nutzen-Rechnung. Ob die geschaffenen Arbeitsplätze den hohen Ressourcenverbrauch und die gewährten Steuervergünstigungen rechtfertigen, bleibt weiterhin Gegenstand öffentlicher Debatten.