Forschungsmuseen fordern entschlossenes Handeln vor Biodiversitäts-Konferenz
Fünf deutsche Forschungsmuseen haben einen gemeinsamen Appell an die Politik gerichtet, bevor die COP17-Biodiversitätskonferenz in Armenien beginnt. Sie fordern entschlossenes Handeln und starke wissenschaftliche Grundlagen für die wirksame Umsetzung internationaler Naturschutzzielsetzungen.

Führende deutsche naturhistorische Forschungsmuseen bündeln ihre Kräfte, um die Politik zum entschlossenen Handeln gegen den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzufordern. In einem gemeinsamen Appell, der im Vorfeld der COP17-Biodiversitätskonferenz in Armenien veröffentlicht wurde, betonen die Museen die Notwendigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse und solider wissenschaftlicher Grundlagen für die effektive Umsetzung internationaler Naturschutzziele.
Der Appell wird getragen vom Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB), dem Museum für Naturkunde Berlin (MfN), der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN), den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) und dem Staatlichen Naturkundemuseum Stuttgart (SMNS). Sie fordern unter anderem eine verlässliche Finanzierung des Biodiversitätsschutzes, wirksame Schutzgebiete, die Stärkung wissenschaftlicher Infrastrukturen und des Biodiversitätsmonitorings sowie den Abbau von naturzerstörenden Subventionen.
Die Museen unterstreichen, dass Biodiversität die Grundlage für Ernährungssicherheit, sauberes Wasser, Gesundheit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Stabilität bildet. Intakte Ökosysteme tragen zur Minderung der Folgen extremer Wetterereignisse bei und stellen eine der wirksamsten und kosteneffizientesten Zukunftsinvestitionen dar. Die Konferenz wird als erste Gelegenheit gesehen, die kollektiven Fortschritte kritisch zu bewerten und bestehende Defizite konsequent anzugehen.
Die Institutionen bieten ihre Expertise und innovative Überwachungsverfahren an, um eine evidenzbasierte Politikgestaltung zu unterstützen. Sie betonen die Notwendigkeit der Stärkung wissenschaftlicher Infrastrukturen, um zuverlässige und international vergleichbare Daten über den Zustand der Biodiversität sicherzustellen. Dies ist entscheidend für die Bewertung der tatsächlichen Umsetzung der Ziele des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework und für die Planung wirksamer Folgemaßnahmen.