Forschungsprojekt zu Wanderrouten früher Menschen in Asien gestartet
Ein neues, zweijähriges Forschungsvorhaben nutzt Computersimulationen, um die Ausbreitung früher Menschen in Südostasien vor 1,2 bis 0,8 Millionen Jahren zu untersuchen.

Das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment startet ein zweijähriges Forschungsprojekt, das die Wanderrouten früher Menschen in Asien nachzeichnen soll. Mithilfe von agentenbasierter Modellierung und Computersimulationen wird untersucht, wie sich Frühmenschen vor etwa 1,2 bis 0,8 Millionen Jahren in Südostasien ausbreiteten und wie sie auf Umweltbedingungen reagierten.
Die von der indonesischen Geologin Mika Puspaningrum geleitete Studie wird in Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen durchgeführt. Finanzielle Unterstützung erhält das Vorhaben durch die Daimler und Benz Stiftung, die Johanna Quandt Universitäts-Stiftung und die Werner Reimers Stiftung. Ziel ist es, Daten zu Umweltbedingungen, Tier- und Pflanzenarten, Temperaturschwankungen, Meeresspiegelhöhen, Nahrungsangeboten und Vulkanismus während des Pleistozäns mithilfe von Software zu analysieren und zu interpretieren.
Professor Friedemann Schrenk, Leiter der Abteilung Paläoanthropologie am Senckenberg Forschungsinstitut, betont, dass moderne Simulationssoftware neue Perspektiven für die Frühmenschenforschung eröffnet. „Unser Ziel ist es, diese Datenbanken softwaregestützt zu analysieren, zu kombinieren und zu interpretieren“, erklärt Schrenk. „Die Visualisierung ist dabei besonders wichtig, da sie Forschungsergebnisse für Wissenschaftler und Laien anschaulicher macht.“
Die Computersimulationen werden von Informatikern der Universität Trier entwickelt, die bereits ähnliche Simulationen für Industrieunternehmen erstellt haben. Die entwickelte Methodik soll zukünftig auch auf andere Regionen und Zeiträume angewendet werden. Schrenk hofft, dass das Projekt langfristig dazu beiträgt, Wissenschaftlern weltweit freien Zugang zu solchen Programmen und Datenbanken zu ermöglichen und so gleichberechtigte Forschung zu fördern.