Forscher: Prokrastination entsteht durch Emotionsregulation, nicht durch Faulheit
Laut einem neuen Buch schieben Menschen Aufgaben auf, die ihnen wichtig sind, um unmittelbares Unbehagen zu vermeiden und sofortige Befriedigung zu suchen. Perfektionismus überwinden und die Grundursachen verstehen sind entscheidend, um Prokrastination zu stoppen.

Prokrastination ist kein Versagen im Zeitmanagement oder der Motivation, sondern ein psychologischer Kampf zwischen Absichten und unmittelbaren Gefühlen, so ein Artikel in Fast Company. Dr. Itamar Shatz, Forscher an der Universität Cambridge und Autor von "Solving Procrastination", argumentiert, dass Einzelpersonen oft selbst Aufgaben aufschieben, die ihnen sehr am Herzen liegen.
Das Kernproblem liegt in der Vermeidung von sofortigem Unbehagen oder dem Streben nach sofortiger Freude. Dies kann durch Versagensangst oder Perfektionismus bedingt sein. Shatz schlägt vor, sich nicht auf Willenskraft zu verlassen, sondern die zugrunde liegenden Gründe für die Verzögerung zu identifizieren und anzugehen.
Eine wichtige Erkenntnis ist, dass Prokrastinatoren oft zu viel Wert auf die Dinge legen, was zu lähmendem Perfektionismus führt. Der Autor schlägt vor, das Streben nach Perfektion durch das Ziel zu ersetzen, Dinge "gut genug" zu erledigen. Dies reduziert die Angst vor dem Scheitern und erleichtert den Beginn von Aufgaben.
Das Buch diskutiert auch den "Selbstkontroll-Trugschluss", bei dem Menschen fälschlicherweise glauben, sie würden beim nächsten Mal mit reiner Willenskraft Erfolg haben, trotz früherer Misserfolge. Shatz empfiehlt die Anwendung der "Realitätsregel", um einzuschätzen, was man basierend auf früheren Verhaltensweisen tatsächlich wahrscheinlich tun wird. Durch das Verständnis des eigenen spezifischen Prokrastinationsmusters – sei es durch Ablenkungen, Perfektionismus oder Burnout – können effektivere Strategien zur Überwindung gefunden werden.