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Wissenschaft

Forscher entwickeln Methode zur Erkennung von Gebäudeschäden mittels Satellitenbildern

Forscher der LMU und TUM haben eine kosteneffiziente Methode entwickelt, um Gebäudeschäden in Konfliktgebieten mithilfe öffentlicher Satellitenbilder nahezu in Echtzeit zu erkennen.

14. Oktober 2026
Forscher entwickeln Methode zur Erkennung von Gebäudeschäden mittels Satellitenbildern

Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, um Gebäudeschäden in Konfliktgebieten schnell und kostengünstig zu erkennen. Die Methode nutzt öffentlich zugängliche Sentinel-1-Radarsatellitenbilder, wodurch Schäden ohne teure kommerzielle Bilder oder spezifische Trainingsdaten identifiziert werden können.

Die entwickelte Technik basiert auf interferometrischem Synthetic Aperture Radar (InSAR). Sie vergleicht aufeinanderfolgende Bilder desselben Gebiets und berechnet ein Kohärenzmaß, das die Ähnlichkeit der Radarsignale angibt. Ein plötzlicher Abfall der Kohärenz deutet auf strukturelle Veränderungen hin, wie die Beschädigung oder Zerstörung eines Gebäudes. Die Forscher analysieren die Ergebnisse statistisch und kombinieren sie mit Gebäudeumrissen aus OpenStreetMap, um die Standortdaten zu verfeinern.

Die Wirksamkeit der Methode wurde durch Fallstudien demonstriert, die die Explosion im Hafen von Beirut (2020), die Zerstörung von Mariupol nach Beginn der russischen Invasion (2022) und den Krieg in Gaza (ab 2023) umfassen. Die Forscher sehen die Technik als ein schnelles und kosteneffizientes Werkzeug für humanitäre Lagebeurteilungen, akademische Forschung und die Planung von Wiederaufbau nach Konflikten.

Dr. Daniel Racek, Erstautor der Studie, betonte: „Mithilfe frei zugänglicher Daten können wir fast in Echtzeit verfolgen, wie sich Zerstörung räumlich und zeitlich entwickelt.“ Die Satelliten der Sentinel-1-Mission liefern globale Bilder in 12-tägigen Intervallen, und die Radartechnologie arbeitet unabhängig von Wolkenbedeckung und Tageslicht, was sie besonders für Konfliktgebiete geeignet macht.

Originalquelle: lmu.de