Fraunhofer IKTS forscht an Verfahren zur Rückgewinnung von Seltenen Erden aus Magneten
Im Projekt NEO-CYCLE entwickeln das Fraunhofer IKTS und die TU Bergakademie Freiberg neue Methoden, um Neodym aus Elektroschrott zurückzugewinnen.

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) arbeitet zusammen mit der TU Bergakademie Freiberg an neuen Verfahren zur Rückgewinnung von Seltenen Erden. Die Forschung konzentriert sich auf die Gewinnung von Neodym, das für Dauermagnete in Elektrofahrzeugen und Windkraftanlagen unverzichtbar ist. Da derzeit etwa 90 Prozent des Bedarfs aus China importiert werden, ist die Entwicklung lokaler Kreislaufwirtschaftsprozesse von strategischer Bedeutung.
Im Rahmen des Projekts NEO-CYCLE werden Magnete aus ausgedienten Computerfestplatten aufbereitet. Die größte Herausforderung besteht dabei in der hohen Reinheit, die für eine Wiederverwendung in neuen Produkten erforderlich ist. Derzeit wird das Gros der in Europa anfallenden Magnete zur Verarbeitung exportiert, anstatt die enthaltenen Wertstoffe wie Bor, Eisen und Neodym zurückzugewinnen.
Die Wissenschaftler evaluieren zwei Ansätze: die Feststoffchlorierung und elektrochemische Verfahren. Bei der Chlorierung werden durch den Einsatz von Ammoniumchlorid Metallchloride erzeugt, die eine effiziente Trennung ermöglichen. Parallel dazu wird in elektrochemischen Zellen unter Einsatz von Elektrolyten wie verdünnter Schwefelsäure eine stoffliche Trennung erreicht. Projektleiterin Sandra Pavón betont, dass die so gewonnenen reinen Metallsalze in hochwertigen Produkten, etwa in der Pharmaindustrie, Anwendung finden können.
Ziel ist es, die Materialkreisläufe zu schließen und die Abhängigkeit von globalen Rohstofflieferanten durch technologische Innovationen in der Hydrometallurgie zu verringern.