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Gesundheit

Forscher erklären "Erste-Nacht-Effekt", der Schlaf an neuen Orten stört

Schlafen an einem neuen Ort kann aufgrund des "Erste-Nacht-Effekts" herausfordernd sein. Dieses Phänomen entsteht durch die Wachsamkeit des Gehirns in einer ungewohnten Umgebung und ist bei Reisenden verbreitet.

11. August 2026
Forscher erklären "Erste-Nacht-Effekt", der Schlaf an neuen Orten stört

Viele Reisende haben Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen in der ersten Nacht an einem neuen Ort. Dieses Phänomen, bekannt als "Erste-Nacht-Effekt", ist ein häufiges, wenn auch oft unbemerktes Problem. Forscher führen den Effekt auf den evolutionär bedingten Wachsamkeitsmechanismus des Gehirns zurück.

Schlafexperten erklären, dass das Schlafen in einer ungewohnten Umgebung das Gehirn dazu veranlasst, wachsam zu bleiben. "Es wird angenommen, dass dies eine Anpassungsreaktion ist, die dazu führt, dass das schlafende Gehirn in dieser ungewohnten Umgebung wachsam bleibt", erklärt Anna Wick, leitende Schlafforscherin an der Universität Freiburg. Der Frontallappen des Gehirns, der mit dem Tiefschlaf assoziiert ist, bleibt aktiver, was zu einer geringeren Schlaftiefe und -dauer führt.

Ahmad Mayeli, Professor für Psychiatrie und Schlafforscher an der Universität Pittsburgh, stellt fest, dass die meisten Menschen diesen Effekt in unterschiedlichem Maße erfahren. Im Durchschnitt schlafen Personen an einem neuen Ort 20 bis 30 Minuten weniger. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle, wobei der Effekt bei Kindern und älteren Menschen stärker ausgeprägt ist, während junge Erwachsene am wenigsten betroffen sind.

Psychologen und Experten für Schlafstörungen empfehlen mehrere Methoden zur Verbesserung des Schlafs in der ersten Nacht. Dazu gehören gute Schlafhygiene, wie die Sicherstellung eines dunklen und kühlen Schlafzimmers, sowie das Mitbringen vertrauter Gegenstände wie der eigenen Kissen. Entspannungstechniken und positive Visualisierungen können ebenfalls hilfreich sein, insbesondere für ängstliche Reisende.

Experten betonen, dass der "Erste-Nacht-Effekt" normalerweise bis zur zweiten Nacht nachlässt. Bei besonders wichtigen Ereignissen wie Besprechungen oder Präsentationen kann es vorteilhaft sein, einen Tag früher anzureisen, um dem Körper die Anpassung zu ermöglichen und ausreichend Schlaf zu gewährleisten.

Originalquelle: fastcompany.com