Anwohner kritisieren Planungen für neue Stromtrasse bei Dresden
Der Netzbetreiber 50Hertz plant eine neue Höchstspannungsleitung zur Versorgung des Industriestandorts Dresden. Bürger haben Bedenken hinsichtlich der betroffenen Trassenkorridore geäußert.

Die 50Hertz Transmission GmbH treibt den Ausbau des 380-Kilovolt-Netzes im Dresdner Norden voran. Hintergrund ist der massiv steigende Strombedarf, der laut Prognosen bis Mitte der 2030er-Jahre das Dreifache des Niveaus von 2023 erreichen könnte, maßgeblich bedingt durch die Ansiedlung der Halbleiterindustrie.
Die Landesdirektion Sachsen hat im Rahmen einer Raumverträglichkeitsprüfung empfohlen, eine Kombination der Korridore A und D weiterzuverfolgen. Diese verlaufen vom Umspannwerk Altwilschdorf in Richtung Norden und tangieren dabei Gebiete westlich und südlich von Großenhain sowie Radeburg. Die Planung zielt darauf ab, Eingriffe in sensible Naturräume zu minimieren und bestehende Infrastruktur zu bündeln.
Bei einer Informationsveranstaltung in Großdobritz stießen die Pläne auf den Widerstand der Anwohner, da eine Annäherung an Siedlungsgebiete bei allen Varianten unvermeidbar scheint. Alternativ wird derzeit eine Trasse E geprüft, die zwar Schutzgebiete umgeht, jedoch stärker in Waldgebiete eingreift. 50Hertz kündigte an, die Bewertung der verschiedenen Trassenkorridore in den kommenden Monaten fortzuführen, bevor eine finale Entscheidung getroffen wird.