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Technologie

Reuters-Bericht: Plattformen überholen Nachrichten-Websites, KI-Chatbots erhöhen Druck

Der Reuters Institute Digital News Report 2026 zeigt eine weitere Verlagerung der Nachrichtennutzung auf Plattformen, die erstmals die eigenen Websites und Apps von Anbietern übertrifft. KI-Chatbots verstärken diesen Trend.

26. Juni 2026
Reuters-Bericht: Plattformen überholen Nachrichten-Websites, KI-Chatbots erhöhen Druck
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Der Reuters Institute Digital News Report 2026 verdeutlicht eine fortgesetzte Verlagerung der Nachrichtennutzung hin zu digitalen Plattformen. Soziale Medien und Videonetzwerke wurden auf 48 untersuchten Märkten im Durchschnitt von 54 Prozent der Befragten als Nachrichtenquelle genutzt und übertreffen damit erstmals die Websites und Apps von Nachrichtenanbietern, die auf 51 Prozent kommen.

Wird die Nutzung von KI-Chatbots einbezogen, steigt der Anteil von Drittplattformen auf 56 Prozent. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf Reichweite, Kundenbindung und Erlöse von Verlagen, da der direkte Zugang zu eigenen Angeboten zunehmend unter Druck gerät.

In Deutschland fallen die plattformbezogenen Verschiebungen moderater aus, sind aber erkennbar. Der Anteil derer, die soziale Medien und Videonetzwerke als Hauptnachrichtenquelle nennen, stieg um vier Prozentpunkte auf 18 Prozent. Beachtlich ist, dass in Deutschland die TV-Nachrichten noch mehr Menschen erreichen als Online-Nachrichtenvideos, was das Land zu den drei Märkten zählt, in denen dies der Fall ist. Die Nutzung von KI-Chatbots für Nachrichten liegt in Deutschland bei fünf Prozent und ist im Jahresvergleich nicht gestiegen.

Das Nachrichteninteresse ist auch in Deutschland gesunken: Nur noch 51 Prozent bezeichnen sich als äußerst oder sehr interessiert an Nachrichten, ein Rückgang um 23 Prozentpunkte seit 2015. Das Vertrauen in Nachrichten divergiert vom globalen Trend: Während das Vertrauen weltweit auf 37 Prozent sank, weist der Bericht für Deutschland gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg aus.

Die Bereitschaft, für Online-Nachrichten zu bezahlen, liegt in Deutschland bei elf Prozent (globaler Durchschnitt: 17 Prozent). Alternative Zugänge über Content Creators gewinnen weltweit an Bedeutung, sind aber in Deutschland noch weniger verbreitet. Der Bericht sieht diese als Ergänzung, nicht als Ersatz für traditionelle Nachrichtenanbieter.

Originalquelle: bdzv.de