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Verbraucher

Reykjaviks Grundschulen führen handyfreie Zeiten ein

Alle Grundschulen in Reykjavík werden ab Herbst 2026 handyfreie Zeiten einführen. Ziel ist es, das Wohlbefinden und die Konzentration der Kinder durch die Einschränkung der Smartphone-Nutzung während der Schulzeit zu fördern.

22. Juni 2026
Reykjaviks Grundschulen führen handyfreie Zeiten ein
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Der Stadtrat von Reykjavík hat eine Direktive genehmigt, die vorsieht, dass alle Grundschulen der Hauptstadt ab Herbst 2026 handyfreie Zeiten einführen. Gemäß der Regelung dürfen Schüler während der Schulzeit, einschließlich Pausen und Mittagessen, keine Mobiltelefone oder ähnliche Smart-Geräte nutzen, es sei denn, das Personal gestattet dies ausdrücklich oder es gelten Ausnahmen. Jede Schule wird eigene Protokolle für die sichere Aufbewahrung von Handys während des Schultages festlegen.

Die Stadt wird in Zusammenarbeit mit der Universitätsgemeinschaft eine zweijährige Evaluierung der Auswirkungen der Richtlinie durchführen. Diese Studie wird unter anderem die Auswirkungen auf die akademischen Leistungen, das Wohlbefinden der Schüler und das berufliche Umfeld für Lehrer und Personal untersuchen. Die Direktive basiert auf Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Smartphone-Nutzung auf das Lernen, die Konzentration, die soziale Interaktion und das allgemeine Wohlbefinden der Schüler.

Bürgermeisterin Hildur Björnsdóttir erklärte, dass die Schule ein Zufluchtsort für Lernen und soziale Entwicklung sein sollte, frei von ständigen digitalen Ablenkungen. „Handyfreie Zeit in Grundschulen dient grundsätzlich dazu, Kindern einen besseren Raum zum Lernen, Spielen und zur gegenseitigen Verbindung zu bieten“, sagte sie. Die Bürgermeisterin betonte, dass die Initiative evidenzbasiert ist und darauf abzielt, ein gesundes Umfeld zu schaffen, das sowohl das Wohlbefinden der Kinder als auch einen effektiven Schulbetrieb unterstützt, anstatt Technologie abzulehnen.

Reykjaviks Plan steht im Einklang mit einem Entwurf von Regeln für handyfreie Zeiten in Grundschulen, der vom Bildungs- und Kinderministerium erarbeitet wird. Die Initiative spiegelt auch die Leitlinien der UNESCO wider, die in ihrem globalen Bildungsbericht 2023 die Notwendigkeit betonte, dass der technologieeinsatz im Unterricht klar mit den Lernzielen verbunden sein muss. Die UNESCO warnte vor den negativen Auswirkungen des übermäßigen oder unangemessenen Geräteeinsatzes, einschließlich Cybermobbing und negativen Auswirkungen auf das Selbstbild und das Wohlbefinden von Jugendlichen.

Die Richtlinie schreibt vor, dass Handybeschränkungen auf dem Wohlbefinden der Kinder basieren, einen klar definierten Zweck haben und in Absprache mit Schülern, Eltern und Mitarbeitern entwickelt werden müssen. Angemessene Ausnahmen für Faktoren wie Lernbedarf oder gesundheitliche Anforderungen werden vorgesehen. Die Stadt plant außerdem, Einrichtungen für soziale Interaktion, Spiele und Freiluftaktivitäten zu verbessern, um die Beteiligung zu fördern und soziale Kompetenzen zu stärken.

Originalquelle: reykjavik.is