Rheinmetall und Lockheed Martin planen gemeinsame ATACMS-Produktion in Europa
Rheinmetall und Lockheed Martin wollen ein Joint Venture zur Produktion von ATACMS-Raketen in Europa gründen. Ziel ist die Schaffung eines europäischen Kompetenzzentrums für NATO-Partner.

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall und der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die gemeinsame Produktion der ATACMS-Rakete der US-Armee in Europa voranzutreiben. Die Vereinbarung, die im Rahmen des NATO Summit Defense Industry Forum unterzeichnet wurde, zielt darauf ab, den wachsenden Bedarf Europas an lokal hergestellten Präzisionsmunitionsgütern zu decken.
Geplant ist die Gründung eines Joint Ventures, das als europäisches Kompetenzzentrum für die Herstellung, Integration und Bereitstellung von ATACMS für NATO- und verbündete europäische Streitkräfte dienen soll. Die Initiative wird sowohl von der US-amerikanischen als auch von der deutschen Regierung unterstützt.
Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger betonte, dass das Projekt die Verteidigungsfähigkeiten Europas stärkt und die Rheinmetall-Anlage in Unterlüß zur ersten Produktionsstätte für ATACMS außerhalb der Vereinigten Staaten macht. Im Rahmen dieser Investition baut Rheinmetall derzeit eine Fabrik für Raketenmotoren in Unterlüß, deren Inbetriebnahme für 2027 geplant ist.
Vertreter von Lockheed Martin erklärten, die Partnerschaft werde die Lieferung von kampferprobten und präzisen Waffensystemen an europäische Verbündete beschleunigen. Sie fügten hinzu, dass das Unternehmen seine bestehende Produktionslinie für ATACMS in Arkansas, USA, bis zum Abschluss des Übergangs nach Europa weiter betreiben werde.