Rheinmetall und Lockheed Martin planen ATACMS-Fertigung in Europa
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall und das US-Unternehmen Lockheed Martin haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Produktion von ATACMS-Raketen in Deutschland unterzeichnet. Ziel ist es, den wachsenden Bedarf an lokal produzierten Rüstungsgütern in Europa zu decken.

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall und der US-amerikanische Flugzeug- und Rüstungshersteller Lockheed Martin planen die gemeinsame Produktion des Raketensystems ATACMS in Europa. Eine entsprechende Absichtserklärung (MOU) wurde am 7. Juli 2026 während des NATO Summit Defense Industry Forum unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht die Gründung eines Joint Ventures für die Herstellung, Integration und Distribution von ATACMS-Raketen für NATO- und verbündete europäische Streitkräfte vor.
Diese Initiative, die von der Regierung der Vereinigten Staaten und der deutschen Regierung unterstützt wird, soll dem unmittelbar wachsenden Bedarf an lokal produzierten Rüstungsgütern in Europa begegnen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die Expertise von Lockheed Martin im Bereich Raketensysteme mit den Produktionskapazitäten von Rheinmetall zu verbinden, insbesondere am Standort Unterlüss in Deutschland. Dies markiert die erste ATACMS-Produktion außerhalb der Vereinigten Staaten.
Rheinmetall CEO Armin Papperger betonte, dass die Kooperation die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas sowie die industrielle Zusammenarbeit stärken soll. Er hob hervor, dass die Etablierung der ATACMS-Produktion in Deutschland neue Kapazitäten schaffen, Lieferketten sichern und die verteidigungspolitische Autonomie stärken wird. Das Werk Unterlüss produziert bereits Waffensysteme und Munition; neue Fertigungslinien für Raketenmotoren und Lenkwaffenkomponenten sollen bereits 2027 in Betrieb genommen werden.
Vertreter von Lockheed Martin hoben hervor, dass die Zusammenarbeit bewährte US-Technologie mit europäischer Fertigungsstärke kombiniere. Das ATACMS-Raketensystem hat sich in Einsätzen durch operative Effektivität, Präzision und Zuverlässigkeit ausgezeichnet. Eine erhöhte europäische Produktionskapazität für dieses Waffensystem soll die Abschreckung der Alliierten stärken und zur transatlantischen Wirtschaft beitragen.