Roboter misst Vitaldaten bei Gehirnerschütterung
Der Roboter Helga, entwickelt vom Fraunhofer IPA, misst nun Vitaldaten und motorische Reaktionen bei Kindern mit Gehirnerschütterung.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) hat einen Roboter namens Helga entwickelt, der kritische Vitaldaten bei jungen Patienten mit Gehirnerschütterung misst. Diese neue Technologie soll das medizinische Personal entlasten, da Kinder mit Gehirnerschütterung eine intensive stündliche Überwachung benötigen.
Helga fährt selbstständig zum Patientenbett und interagiert mit den Kindern, um standardisierte Tests durchzuführen. Diese Tests bewerten die motorischen und verbalen Reaktionen der Patienten, um sicherzustellen, dass sie ansprechbar bleiben. Zusätzlich erfasst der Roboter wichtige Vitalparameter wie Puls und Pupillenreaktionen und bittet die Patienten, ihre Schmerzen einzuschätzen.
Die Implementierung des Roboters wurde von einer Klinik vorgeschlagen, die die Aufgabe als sehr personalintensiv, aber relativ geringes Risiko einstufte. Die Autonomie des Roboters reduziert die Arbeitsbelastung des Personals erheblich und ermöglicht die Umverteilung von Ressourcen auf dringendere Aufgaben.
Die automatisierte Pupillenmessung stellte eine erhebliche technische Herausforderung dar. Der Roboter verwendet ein fortschrittliches Sensorensystem und Bildverarbeitung, um die Pupillengröße und -reaktionen genau zu messen, selbst unter schwierigen Bedingungen wie unterschiedlichen Augenfarben. Die Messung der Vitalparameter erfolgt ebenfalls berührungslos durch die Analyse von Farbveränderungen im Gesicht.
Um die Kooperation der Patienten, insbesondere von Kindern, zu gewährleisten, wurden spielerische Elemente in die Messungen integriert. Der Roboter nutzt interaktive Animationen und Spiele, um die Kinder ruhig und konzentriert zu halten, was die Genauigkeit der Messwerte und die Patientenerfahrung verbessert.