Regel 10b-5 Wertpapier-Sammelklagen: Exponierung auf höchstem Stand seit acht Jahren
Private Sammelklagen nach Regel 10b-5 erreichten im 2. Quartal 2026 die zweithöchste Exponierung seit acht Jahren. Der Gesamtwert der angeblichen Marktkapitalisierungsverluste belief sich auf 449,6 Milliarden US-Dollar.

Securities Analytics Research (SAR) veröffentlichte seinen Bericht "Securities Class Action Rule 10b-5 Exposure Report for 2Q 2026". Demnach erreichte die Exposition gegenüber privaten Wertpapier-Sammelklagen nach Regel 10b-5 im zweiten Quartal 2026 den zweithöchsten Stand seit acht Jahren. Die angeblichen, betrugsbedingten Verluste der Marktkapitalisierung von börsennotierten US-Unternehmen, die im 2. Quartal 2026 verklagt wurden, beliefen sich auf 449,6 Milliarden US-Dollar. Dies stellt einen Anstieg der Exposition um 65,1 % gegenüber dem Vorquartal dar.
Im ersten Halbjahr 2026 forderten Kläger insgesamt rund 721,9 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierungsverlusten aufgrund angeblicher Verstöße gegen Regel 10b-5. SARs Daten zeigen einen Anstieg von 135 % bzw. 414,3 Milliarden US-Dollar im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2025. Dieser Anstieg wurde maßgeblich durch zwei Großfälle gegen Oracle und Microsoft beeinflusst, die angebliche Verluste von Aktionären in Höhe von 142,4 Milliarden US-Dollar bzw. 357,4 Milliarden US-Dollar verursachten.
"In der ersten Hälfte des Jahres 2026 sind die Anzahl der Einreichungen, die angeblichen Aktienkursrückgänge und die Gesamtexposition erheblich gestiegen. Die Exposition gegenüber Regel 10b-5 ist besonders hoch und stieg um mehr als 400 Milliarden US-Dollar im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte 2025", sagte Stephen Sigrist, Leiter der Datenwissenschaft bei SAR. Auch der durchschnittliche Streitwert pro Sammelklage nach Regel 10b-5 stieg deutlich an und erreichte im 2. Quartal 2026 11,5 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 5,0 Milliarden US-Dollar im 1. Quartal 2026.