Ryanair warnt vor Ticketpreissteigerungen von bis zu 20 Prozent bis 2027
Europas größte Billigfluggesellschaft rechnet aufgrund steigender Treibstoffkosten mit erheblichen Preisaufschlägen.

Ryanair prognostiziert bis 2027 einen Anstieg der Flugpreise um bis zu 20 Prozent. CEO Michael O’Leary begründete dies mit den steigenden Kerosinkosten, die das Unternehmen jährlich mit rund 2,2 Milliarden Dollar zusätzlich belasten könnten. Als Hauptursache für den Preisanstieg nannte das Management den Konflikt im Nahen Osten, der die Ölpreise nach oben treibt.
Trotz eines Passagierwachstums von 6 Prozent sank der Gewinn nach Steuern in den sechs Monaten bis September um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Um dem Kostendruck entgegenzuwirken, prüft die Fluggesellschaft nun interne Einsparungen, darunter mögliche Lohnstopps, eine Reduzierung des Bordpersonals sowie den verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Effizienzsteigerung in der Verwaltung.
Die finanzielle Unsicherheit wird durch die Strategie der Treibstoffabsicherung verschärft. Während das Unternehmen bis März 2027 noch 80 Prozent seines Bedarfs zu günstigeren Konditionen abgesichert hat, sinkt dieser Anteil im Folgejahr auf 25 Prozent zu deutlich höheren Preisen. Dies setzt das Unternehmen stärker den Marktvolatilitäten aus.
Der Trend zu höheren Preisen ist kein Einzelfall; auch in den USA haben Fluggesellschaften ihre Ticketpreise bereits deutlich angehoben, um die gestiegenen Betriebsausgaben zu decken. Für europäische Reisende könnte dies ein Ende der Niedrigpreisphase bei Flugtickets bedeuten.