Zunehmende Bedeutung von Umsatz- und Nutzungssteuer bei M&A Due Diligence
Der Due-Diligence-Prozess bei Fusionen und Übernahmen betont zunehmend die Wichtigkeit von Umsatz- und Nutzungssteuern. Änderungen im US-Steuerrecht und die Wayfair-Entscheidung haben das Risiko versteckter Steuerschulden erhöht.

Die sorgfältige Prüfung von Umsatz- und Nutzungssteuern gewinnt im Rahmen der Due Diligence bei Fusionen und Übernahmen (M&A) an Bedeutung. Laut dem Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal können übersehene Umsatz- und Nutzungssteuerverpflichtungen zu erheblichen Überraschungen für den Käufer nach Abschluss der Transaktion führen.
Veränderungen in der US-Steuergesetzgebung, einschließlich des Tax Cuts and Jobs Act von 2017, und die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs im Fall Wayfair vom Juni 2018 haben die Steuerrisiken für Unternehmen erhöht. Die Wayfair-Entscheidung kippte frühere Anforderungen an eine physische Präsenz und ermöglichte die Steuererhebung von Fernverkäufern basierend auf wirtschaftlichen Nexus. Folglich müssen Unternehmen ihre Nexus-Pflichten für Umsatzsteuern in verschiedenen Bundesstaaten breiter bewerten.
Im Rahmen der Due Diligence ist es unerlässlich festzustellen, ob das Zielunternehmen seinen Verpflichtungen zur Umsatz- und Nutzungssteuer in den Jurisdiktionen nachgekommen ist, in denen es Nexus hatte, und ob die Steuern korrekt gemeldet wurden. Wichtige Prüfungsbereiche umfassen die Nexus-Analyse für Umsatzsteuern, die Steuerpflicht von Verkäufen und Käufen sowie die steuerliche Behandlung von selbst verbrauchtem Lagerbestand.
Die Vernachlässigung einer gründlichen Untersuchung der Umsatz- und Nutzungssteuern während der Due-Diligence-Phase kann für den Erwerber zu erheblichen steuerlichen Konsequenzen, Zinsen und potenziellen Strafen führen. Dies gilt insbesondere, da viele Jurisdiktionen keine Verjährungsfrist für nicht festgestellte Steuern haben, wenn nie Steuererklärungen eingereicht wurden.
Alvarez & Marsal rät Due-Diligence-Teams, die Verpflichtungen zur Umsatzsteuer-Nexus und die steuerliche Konformität eines Zielunternehmens systematisch zu bewerten. Dieser Ansatz hilft, potenzielle Steuerrisiken vor Abschluss der Übernahme zu identifizieren und zu quantifizieren, wodurch kostspielige nachfolgende Probleme vermieden werden.