SAS beantragt Gläubigerschutz nach Chapter 11 in den USA
SAS AB hat in den USA ein Chapter 11-Verfahren eingeleitet, um Schlüsselelemente ihres Transformationsplans SAS FORWARD umzusetzen. Der Flugbetrieb läuft normal weiter, doch ein Pilotenstreik beeinträchtigt die Liquidität.

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS AB hat freiwillig die Eröffnung eines Chapter 11-Insolvenzverfahrens beim U.S. Bankruptcy Court for the Southern District of New York beantragt. Dieser rechtliche Schritt zielt darauf ab, die Umsetzung zentraler Bestandteile der Geschäftstransformation SAS FORWARD zu beschleunigen.
Das Unternehmen teilte mit, dass der laufende Flugbetrieb und die Flugpläne von der Antragstellung unberührt bleiben und SAS seine Kunden weiterhin wie gewohnt bedienen wird. Allerdings hat ein anhaltender Pilotenstreik die Flugpläne und die Liquidität des Unternehmens beeinträchtigt, mit potenziell erheblichen weiteren Auswirkungen bei fortgesetzter Dauer. SAS erwartet, seinen kurzfristigen Geschäftsverpflichtungen nachkommen zu können.
SAS befindet sich in fortgeschrittenen Gesprälen zur Sicherung einer „debtor-in-possession“-Finanzierung (DIP-Finanzierung) in Höhe von bis zu 700 Millionen US-Dollar, um den Geschäftsbetrieb während des Restrukturierungsprozesses zu unterstützen. Das Chapter 11-Verfahren ist ein etablierter und flexibler rechtlicher Rahmen für die Umstrukturierung von Unternehmen mit internationaler Präsenz, der bereits von mehreren großen Fluggesellschaften genutzt wurde.
Ziel des Verfahrens ist es, Vereinbarungen mit wichtigen Stakeholdern zu erzielen, die Schulden zu restrukturieren, die Flugzeugflotte neu zu konfigurieren und eine bedeutende Kapitalzuführung zu erhalten. SAS rechnet mit einem Abschluss des gerichtlichen Verfahrens innerhalb von 9 bis 12 Monaten. Aufsichtsratsvorsitzender Carsten Dilling betonte, dass der aktuelle Streik erhebliche Herausforderungen für den Erfolg des Transformationsplans darstellt und rechtliche Instrumente zur Förderung der Verhandlungen notwendig sind.