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Gesundheit

Sparsamer Umgang mit Arzneimitteln: Deutschland droht Abkopplung vom medizinischen Fortschritt

Experten des IGES-Instituts analysieren die Auswirkungen der US-amerikanischen "Most Favored Nation"-Preispolitik auf Deutschland. Die deutsche Pharmaindustrie äußert sich besorgt.

9. Juli 2026
Sparsamer Umgang mit Arzneimitteln: Deutschland droht Abkopplung vom medizinischen Fortschritt

Berlin – Die deutsche Pharmaindustrie äußert sich besorgt über die aktuelle Arzneimittelpreispolitik des Landes, die laut Experten zu einer Abkopplung vom medizinischen Fortschritt führen könnte. Eine Analyse des IGES-Instituts beleuchtet die Hintergründe und möglichen Folgen der "Most Favored Nation" (MFN)-Preispolitik der Vereinigten Staaten für Deutschland.

Die MFN-Politik der USA zielt darauf ab, dass die Vereinigten Staaten für neue Medikamente nicht mehr bezahlen als andere Industrienationen. Diese Initiative entstand aus der Beobachtung, dass die USA im internationalen Vergleich hohe Preise für Medikamententherapien zahlen, während andere Länder von den Forschungs- und Entwicklungskosten profitieren. Das IGES-Institut verdeutlicht, dass der US-Markt, der 67 Prozent des weltweiten Marktes für innovative Arzneimittel ausmacht, deutlich teurer ist als der europäische Markt (20 Prozent) oder der deutsche Markt (4 Prozent).

Die Analysen des IGES-Instituts zeigen, dass die durchschnittlichen Listenpreise für innovative Medikamente in den USA zwischen 2018 und 2023 rund 3,2-mal höher waren als in Deutschland und anderen vergleichbaren Ländern. Bis 2023 stieg dieser Faktor auf 4,7. Obwohl die MFN-Politik darauf abzielt, die Preise in den USA zu senken, bestehen Unsicherheiten bezüglich ihrer Umsetzung und der Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung in Deutschland.

Vertreter der Pharmabranche äußern Bedenken. Sie betonen die Bereitschaft, ihre Präparate zur Verfügung zu stellen, weisen jedoch darauf hin, dass dies in Deutschland zunehmend schwieriger werden könnte, wenn die Regierung ihren Sparkurs fortsetzt und die Wettbewerbsfähigkeit nicht stärkt. Dies könnte langfristig die Fähigkeit Deutschlands beeinträchtigen, mit dem medizinischen Fortschritt Schritt zu halten und den Zugang zu innovativen Behandlungen zu sichern.

Originalquelle: pharma-fakten.de