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Sachsen streicht Landeszulage für Lehramtsanwärter

Sachsen wird die sogenannte Landeszulage für Lehramtsanwärter ab August 2027 komplett streichen. Grund dafür ist die Haushaltslage des Freistaates.

3. Oktober 2026
Sachsen streicht Landeszulage für Lehramtsanwärter

Lehramtsanwärter in Sachsen müssen sich auf Kürzungen bei der sogenannten Landeszulage einstellen. Das Sächsische Kultusministerium teilte mit, dass die Zulage ab Ausbildungsbeginn im August 2027 ersatzlos gestrichen wird. Als Grund nannte das Ministerium die aktuelle Haushaltslage, die die bisherigen Zahlungen nicht mehr zulasse.

Die Landeszulage wurde 2019 eingeführt und richtete sich an Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die sich freiwillig für eine Ausbildung an Schulen außerhalb von Dresden und Leipzig entschieden. Sie erhielten dafür eine monatliche Zulage von zuletzt rund 1.300 Euro und verpflichteten sich im Gegenzug für fünf Jahre an der Schule zu unterrichten. Das Kultusministerium gab an, dass etwa jeder dritte Studienreferendar diese Zulage in Anspruch nahm.

Bereits ab Februar 2026 entfällt die Prämie für Referendare an Gymnasien vollständig. Für Referendare an Ober- und Förderschulen ist zunächst eine Kürzung der Zulage von 1.300 auf rund 1.000 Euro vorgesehen. Kultusminister Conrad Clemens (CDU) begründete dies mit der Notwendigkeit, Mittel "zielgerichteter einzusetzen“ und sich auf Schularten mit dem größten Bedarf zu konzentrieren. Für Grundschulen war ein ähnlicher Anwärtersonderzuschlag bereits im Februar 2026 gestrichen worden, da dort wegen des Geburtenrückgangs mit sinkendem Einstellungsbedarf zu rechnen ist.

Mit der vollständigen Streichung der Zulage ab August 2027 rechnet das Kultusministerium mit Einsparungen von rund 7,5 Millionen Euro für die Jahre 2027 und 2028. Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte die Entscheidung als „riesigen Fehler“. Sie betonte, die Zulage sei ein wichtiger Anreiz gewesen, junge Lehrkräfte für den ländlichen Raum zu gewinnen, wo der Lehrkräftemangel besonders groß ist, und die Streichung werde die Versorgung dort weiter verschärfen.

Originalquelle: mdr.de