Handyverbote an Schulen ohne messbare akademische Effekte
Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Schul-Handyverbote keine signifikanten Verbesserungen bei Testergebnissen oder eine Reduzierung von Mobbing bewirken.

Trotz einer Zunahme von Handyverboten an Schulen zeigen neue Forschungsergebnisse keine messbaren akademischen Vorteile. Eine Studie der Stanford University und des National Bureau of Economic Research fand kaum Auswirkungen auf die Testergebnisse von Schülern in Schulen, die seit drei Jahren solche Verbote durchsetzen.
Das Forschungsteam, darunter der Wirtschaftsprofessor Jason Baron von der Duke University, war von den Ergebnissen überrascht. Ursprünglich erwarteten sie positive Effekte, da die Entfernung von Ablenkungen logisch zu einer besseren Konzentration führen sollte. Die Daten stützen diese Annahme jedoch nicht.
Neben den Testergebnissen fand die Studie auch wenig Belege dafür, dass Handyverbote andere Schulumfeld-Metriken verbesserten. Die Anwesenheitsquoten, einschließlich chronischer Abwesenheit, blieben weitgehend unverändert. Ebenso gab es keine statistisch signifikanten Veränderungen beim gemeldeten Online-Mobbing oder der Aufmerksamkeit im Unterricht.
Obwohl die Mobbing-Daten der Studie auf einer kleineren Stichprobe basierten, merkte Baron an, dass Handyverbote innerhalb der Schulzeit möglicherweise nicht die Ursachen von Mobbing angehen, da Schüler außerhalb der Schule weiterhin Zugang zu Geräten haben. Einige Schulen berichteten jedoch nach drei Jahren über positive Entwicklungen im Wohlbefinden der Schüler.
Die öffentliche Unterstützung für Handyverbote an Schulen bleibt hoch, über drei Viertel der US-Erwachsenen befürworten sie. Derzeit haben mehr als 30 Bundesstaaten Einschränkungen für die Handynutzung in Klassenzimmern eingeführt.