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Schwibbogen: Tradition aus dem Erzgebirge erzählt Geschichten

Schwibbogen aus dem Erzgebirge sind traditionelle Weihnachtsdekorationen, die die Geschichte und das Handwerk der Region erzählen. Die Manufaktur Klaus Kolbe schafft moderne Versionen, die die Vergangenheit des Gebiets lebendig werden lassen.

25. Juni 2026
Schwibbogen: Tradition aus dem Erzgebirge erzählt Geschichten

Die traditionellen Schwibbogen aus dem Erzgebirge sind ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit und erzählen längst vergangene Geschichten. Die Manufaktur Klaus Kolbe in Seiffen stellt diese kunstvollen Fensterbögen her, die mit ihrer Beleuchtung nicht nur Fenster erhellen, sondern auch die reiche Historie und das Handwerk der Region widerspiegeln.

Besonders zeichnet sich die Manufaktur durch ihre einzigartigen Schwibbogen-Modelle aus, die sich von herkömmlichen unterscheiden. Neben der klassischen Bogenform, die an einen Bergwerksstollen erinnern soll, sind diese Dekorationen wie detailreiche Miniaturen gestaltet. In jedem Fach sind feine Holzfiguren platziert, die typische Szenen zeigen: Bergleute, Spielzeughersteller oder Klöpplerinnen. Diese filigranen Darstellungen erzählen von der Entwicklung des Erzgebirges, von seinen Anfängen im Bergbau bis hin zur Entstehung der Spielzeugindustrie.

Jenny Mattheß, Geschäftsführerin der Manufaktur und Enkelin des Gründers Klaus Kolbe, legt großen Wert auf die Bewahrung dieser Traditionen. Sie betont die Bedeutung, die Geschichte des Ortes, insbesondere die Bergbautradition, durch die Schwibbögen präsent zu halten. Das Handwerksunternehmen ehrt so die Wurzeln der Region und möchte diese für zukünftige Generationen erhalten.

Ein besonderes Markenzeichen der Manufaktur sind die mechanischen Schwibbögen. Diese stellen detailreiche Stadtansichten und Szenen dar, in denen sich die Figuren bewegen. Durch das Einsetzen von kunstvoll gefertigten Holz-Zahnrädern, wie es eine technische Meisterleistung darstellt, werden die Miniaturen lebendig. Der erste Schwibbogen dieser Art zeigte Dresden mit der Frauenkirche, später folgten weitere Motive wie Schneeberg und Seiffen. Diese kunstvollen, diorama-ähnlichen Schwibbögen werden nur in limitierter Stückzahl gefertigt und sind aufgrund ihres Preises und ihrer Komplexität eher als repräsentative Stücke für Sammler und Liebhaber gedacht, die sie als bleibende Investition betrachten.

Die Tradition des Schwibbogens reicht ins 18. Jahrhundert zurück und ist eng mit dem Leben der erzgebirgischen Bergleute verbunden. Inspiriert von der Notwendigkeit, im dunklen Bergbau Licht zu haben, wurden Kerzen oft auf einem Bogen über dem Eingang platziert. Heute symbolisieren Schwibbögen Frieden, Geborgenheit und festliche Gemeinschaft in der Weihnachtszeit.

Originalquelle: mdr.de