Wissenschaftler verfolgen Satellitenzerfall in der Atmosphäre mit Privatjet
Ein internationales Forscherteam nutzte ein Privatflugzeug und spezielle Ausrüstung, um zu untersuchen, wie zwei ESA-Satelliten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerfielen und möglicherweise diese verschmutzten.

Ein internationales Forscherteam hat erfolgreich den Zerfall von zwei Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) während ihres Wiedereintritts in die Erdatmosphäre verfolgt, wobei ein speziell ausgerüstetes Privatflugzeug zum Einsatz kam. Ziel war es, die durch die Verbrennung von Weltraumschrott während dieses Wiedereintrittsprozesses entstehenden Verunreinigungen zu untersuchen.
Die beobachteten Ereignisse fanden am 31. August und 1. September über dem Südpazifik statt. Untersucht wurden die ESA-Satelliten Tango und Samba, die Teil der "Cluster"-Konstellation waren. Diese Satelliten dienten 25 Jahre lang der Untersuchung der Wechselwirkung zwischen dem Erdmagnetfeld und dem Sonnenwind. Ihr kontrollierter Wiedereintritt bot den Wissenschaftlern eine einzigartige Gelegenheit, die Phänomene während des Satellitenzerfalls zu verstehen.
Die wachsende Zahl von Satelliten im Orbit, angetrieben von Unternehmen wie SpaceX, Amazon und Blue Origin, wirft Bedenken hinsichtlich der atmosphärischen Auswirkungen von zurückkehrenden Raumfahrzeugen auf. Diese Forschung zielt darauf ab, die bei der Demontage freigesetzten chemischen Verbindungen zu identifizieren und festzustellen, inwieweit sie vollständig in der Atmosphäre verbraucht werden, um potenzielle Risiken für Leben und Eigentum am Boden abzuschätzen.
Vom Flugzeug aus setzte das Forschungsteam 30 Kameras und Spektrometer ein, die mit Spezialfiltern ausgestattet waren. Diese Instrumente waren in der Lage, den gesamten Prozess des Satellitenzerfalls und der Verbrennung detailliert zu erfassen, einschließlich der spektralen Emissionen verschiedener chemischer Elemente. Besondere Aufmerksamkeit galt Aluminium, einem Hauptbestandteil von Satelliten, dessen Verbrennung Aluminiumoxid bilden kann. Forscher befürchten, dass eine Zunahme von atmosphärischem Aluminiumoxid die Ozonschicht in der Stratosphäre schädigen könnte.
Durch die Analyse der gesammelten Daten streben die Forscher danach, die chemischen Reaktionen während des Satellitenzerfalls und der Verbrennung präzise zu modellieren. Die Ergebnisse werden zur Validierung bestehender Modelle der Atmosphärenphysik und -chemie verwendet und dienen dazu, die potenziellen zukünftigen Auswirkungen der expandierenden Satellitenindustrie auf die Erdatmosphäre und das Klima besser zu verstehen. Das Team nutzte auch Erfahrungen aus dem Wiedereintritt des Salsa-Satelliten im Vorjahr, um die Genauigkeit dieser Mission zu verbessern.