Wissenschaftler: Elon Musks Orbitale Rechenzentren könnten Teleskope erblinden lassen
Das European Southern Observatory (ESO) warnt, dass Elon Musks Pläne für orbitale Rechenzentren und ein erweitertes Starlink-Satellitennetzwerk bodengestützte Teleskope erheblich behindern oder sogar blind machen könnten.

Wissenschaftler haben Bedenken hinsichtlich der wachsenden Zahl von Elon Musks Starlink-Satelliten und zukünftiger Expansionspläne geäußert. Das European Southern Observatory (ESO), das einige der weltweit leistungsstärksten Weltraumteleskope betreibt, warnt, dass eine Zunahme von Satelliten "verheerende Folgen" für die bodengestützte astronomische Beobachtung haben könnte.
Musks Vision, ein Netzwerk von "orbitalen Rechenzentren" mit einer Million Satelliten zu errichten, ist ein besonderer Besorgnispunkt. Laut einem ESO-Bericht könnte ein solches Netzwerk die Sichtbarkeit erheblich beeinträchtigen und die Bildgebungsprozesse von Teleskopen stören. Die ESO schlägt eine Obergrenze von 100.000 Satelliten im niedrigen Erdorbit vor, mit der Auflage, dass diese ausreichend schwach sein müssen, um für das bloße Auge unsichtbar zu sein.
Simulationen deuten darauf hin, dass die aktuelle Anzahl von Starlink-Satelliten und weitere geplante Erhöhungen zum Himmelglühen beitragen und helle Streifen in Beobachtungsbildern erzeugen könnten. Beispielsweise könnte das Sichtfeld des Very Large Telescope (VLT) in Europa um bis zu 28 % reduziert werden. Hellerer Satelliten könnten bestimmte Teleskope jede Nacht für mehrere Stunden effektiv blind machen und die astronomische Forschung erheblich behindern.
SpaceX hat erklärt, sich um die Abdunkelung seiner Satelliten zu bemühen, um die Lichtverschmutzung zu minimieren. Astronomen betonen jedoch, dass der niedrige Erdorbit eine wertvolle Ressource ist, die eine verantwortungsvolle Verwaltung erfordert. Sie argumentieren, dass die Kontrolle der Lichtverschmutzung und anderer Umweltauswirkungen von Mega-Satellitenkonstellationen entscheidend ist, um die anhaltende Zugänglichkeit und den Erhalt des Weltraums für zukünftige Forschung zu gewährleisten.