Senckenberg-Ausstellung "Secret Service" beleuchtet Frauen in der Naturforschung
Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt präsentiert die Sonderausstellung „Secret Service: Frauen in der Naturforschung“. Elf Biografien von 1647 bis 1984 rücken die oft übersehenen Beiträge von Frauen zur Erforschung der Natur in den Fokus.

Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt widmet sich ab dem 25. September 2026 einer Sonderausstellung mit dem Titel „Secret Service: Frauen in der Naturforschung“. Die Ausstellung beleuchtet die Lebensgeschichten von elf Frauen, deren wesentliche Beiträge zur naturwissenschaftlichen Forschung zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert oft keine entsprechende Anerkennung fanden.
Im Fokus stehen bekannte Pionierinnen wie die Insektenforscherin Maria Sibylla Merian und die Paläoneurologin Tilly Edinger, aber auch bisher weniger bekannte Persönlichkeiten. Dazu zählt Aenny Fahr, eine Tierfotografin und Herpetologin, die 1914 eine Expedition nach Spitzbergen dokumentierte. Historikerin Dr. Luisa Kapp, die die Biografien erforscht hat, betont das Ziel, die Vielfalt weiblicher Karrieren in der Wissenschaft zu zeigen.
Die Ausstellung nutzt KI-generierte Bilder, die auf historischem Material basieren und von der Künstlerin Gesine Born geschaffen wurden. Diese Visualisierungen zeigen die Frauen in wissenschaftlich plausiblen Arbeitssituationen, etwa beim Sammeln von Proben oder in der Forschung. So werden Szenen dargestellt, von denen keine historischen Fotografien existieren, wie die Arbeit der Forschungsreisenden Wilhelmine Meyer oder der Archäologin Ida von Boxberg.
Darüber hinaus werden Frauen gewürdigt, die auf andere Weise wissenschaftliche Arbeit ermöglichten. Dazu gehören Johanna Rebecca Senckenberg, deren Vermögen die Grundlage für die Senckenberg Gesellschaft legte, und Louise von Bose, die die Entwicklung der Gesellschaft durch Zuwendungen sicherte. Auch die Zeichnerin Gertrud Winter-von Möllendorff und die Laborantin Margot Perl, die während des Zweiten Weltkriegs wertvolle Sammlungen schützte, werden porträtiert.
Begleitend werden Originalobjekte gezeigt, mit denen die Frauen arbeiteten oder die sie anfertigten. In den Dauerausstellungen des Museums werden die Besucher ebenfalls auf die Biografien stoßen. Der Entstehungsprozess der KI-Bilder wird in einem separaten Film dokumentiert, und die Bilder sind klar als KI-generiert gekennzeichnet. Die Kuratoren betonen, dass es sich um wissenschaftlich fundierte Visualisierungen handelt, nicht um historische Fotografien.