Senckenberg-Forschungsstation Weimar umfassend modernisiert
Die Senckenberg-Forschungsstation für Quartärpaläontologie in Weimar hat ihre umfassende Modernisierung abgeschlossen. Die Arbeiten verbessern die Infrastruktur für Forschung und die langfristige Sicherung wertvoller Fossilien.

Die Senckenberg-Forschungsstation für Quartärpaläontologie in Weimar hat nach mehrjähriger Planungs-, Bau- und Modernisierungsphase ihren Abschluss gefeiert. Die umfangreichen Arbeiten haben die Gebäude ertüchtigt, energetisch verbessert und sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Ziel ist die Schaffung optimaler Bedingungen für die langfristige Bewahrung und Erforschung wertvoller Fossilien.
Die Station beherbergt rund 87.000 Funde, Präparate und Serien aus dem Quartär, der vergangenen 2,6 Millionen Jahre. Dazu zählen Fossilien von pleistozänen Großsäugern wie Mammuten und Säbelzahnkatzen sowie paläobotanische Sammlungen zur Vegetationsgeschichte Eurasiens. Die Kapazität der Sammlungsschränke wurde um 112 Einheiten erweitert, um den erwarteten Zuwachs für die nächsten 20 bis 30 Jahre zu sichern.
"Die Gebäude sind sicherer, energetisch deutlich besser aufgestellt und unsere Sammlungskapazitäten sind für den erwarteten Zuwachs der nächsten Jahrzehnte vorbereitet", sagte Dr. Martina Stebich, Leiterin des Standorts. Die Bauarbeiten von 2021 bis 2026 stellten aufgrund von Baugrundproblemen eine besondere Herausforderung dar. Der Forschungsbetrieb lief parallel weiter, unter hohen Anforderungen an Logistik und Arbeitsschutz.
Neben der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und dem Schutz der Sammlungen lag ein Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Die energetische Sanierung mit neuer Innenisolierung zeigte bereits Wirkung bei der Temperaturregulierung. Die Station strebt eine künftig CO₂-neutrale Energieversorgung an und berücksichtigt Aspekte des Denkmal- und Naturschutzes.
Professor Andreas Mulch, Direktor des Senckenberg Forschungsinstituts, betonte die Bedeutung der Sammlungen als „Gedächtnis vergangener Lebenswelten“ und als Forschungsinfrastruktur. Mit der Modernisierung seien hervorragende Voraussetzungen geschaffen, dieses Erbe zu bewahren und für neue Forschungsfragen zugänglich zu machen. Seit diesem Jahr verstärken zudem zwei neue Sektionsleiterinnen die Expertise am Standort.