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Gesundheit

Geschlecht beeinflusst Risiken bei Herzklappen-Eingriffen

Eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität zeigt Unterschiede zwischen Frauen und Männern nach kathetergestütztem Aortenklappenersatz. Eine geschlechtsspezifische Risikobewertung wird empfohlen.

23. September 2026
Geschlecht beeinflusst Risiken bei Herzklappen-Eingriffen
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Eine aktuelle Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität (klu Krems) hat signifikante Unterschiede in der Prognose von Frauen und Männern nach einem kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) aufgedeckt, insbesondere im Hinblick auf die Notwendigkeit eines Herzschrittmachers. Die Ergebnisse, die auf Daten von über 1.100 Patienten basieren, unterstreichen die Bedeutung einer individualisierten Risikobewertung.

TAVI, ein Verfahren, bei dem eine neue Herzklappe über einen Katheter eingesetzt wird, hat die Behandlung der Aortenklappenstenose revolutioniert, ohne dass eine offene Herzoperation erforderlich ist. Eine häufige Folge des Eingriffs sind jedoch Störungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens, die einen permanenten Herzschrittmacher notwendig machen können. Bisher wurden diese Risiken oft gemeinsam für beide Geschlechter untersucht, trotz bemerkenswerter anatomischer und gesundheitlicher Unterschiede.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Schrittmacherstatus für Frauen und Männer nicht die gleiche prognostische Bedeutung hat“, erklärte Dr. Cecilia Veraar, Erstautorin der Studie. „Bei Frauen beobachten wir ein erhöhtes Komplikationsrisiko kurz nach der Implantation eines neuen Herzschrittmachers, während bei Männern ein bereits bestehender Schrittmacher auf ein langfristiges Risiko hinweisen kann.“

Die Forschung analysierte Daten von 1.114 Patienten, die zwischen 2016 und 2020 eine TAVI erhielten. Die Kurzzeit- (30 Tage) und Langzeit- (fünf Jahre) Sterblichkeit wurden getrennt nach Geschlecht untersucht. Bemerkenswert war, dass Männer häufiger einen Herzschrittmacher vor der TAVI hatten als Frauen. Obwohl beide Geschlechter nach dem Eingriff mit ähnlicher Häufigkeit einen neuen Herzschrittmacher benötigten, zeigten sich Unterschiede im Ergebnis.

Bei Frauen war ein neuer Herzschrittmacher mit einer schlechteren 30-Tage-Überlebensrate und einer höheren Inzidenz von Blutungen verbunden. Nach fünf Jahren war der Schrittmacherstatus jedoch kein signifikanter Faktor mehr für das Überleben. Bei Männern war das Muster umgekehrt: Kurzfristig gab es keine Unterschiede, aber ein bereits bestehender Schrittmacher vor der TAVI war mit einer schlechteren Langzeitprognose verbunden. Die Studie legt nahe, dass geschlechtsspezifische Faktoren stärker in die Risikobewertung und Versorgung integriert werden sollten, insbesondere da TAVI zunehmend bei jüngeren Patientengruppen angewendet wird.

Originalquelle: kl.ac.at