Schiffsemissionen stellen kumulative Gefahr für Meeresumwelt dar
Neue Forschungsergebnisse der Chalmers Universität für Technologie zeigen, dass traditionelle Risikobewertungen für Schifffahrtsemissionen die kombinierten Auswirkungen mehrerer Quellen nicht berücksichtigen.

Schifffahrtsemissionen stellen eine erhebliche Bedrohung für die Meeresumwelt dar, da traditionelle Risikobewertungen die kumulativen Auswirkungen verschiedener Emissionsquellen nicht ausreichend berücksichtigen. Forscher der Chalmers Universität für Technologie haben neue Erkenntnisse vorgestellt, die die aggregierten Risiken von Emissionen in Hafenumgebungen untersuchen.
Die Studie ergab, dass die kombinierte Wirkung mehrerer Emissionsquellen, wie Abwasser aus Scrubber-Systemen und Antifouling-Farben, die akzeptablen Risikostufen erheblich überschreiten kann. Ein einziges Schiff kann stündlich Hunderte von Kubikmetern stark kontaminierten Wassers einleiten, das Substanzen wie Schwermetalle und giftige Verbindungen enthält.
Traditionell konzentrierten sich Risikobewertungen für die Umwelt auf einzelne Emissionsquellen, wie Kupfer in Antifouling-Farben. Die neue Forschung betont, dass Schifffahrtsemissionen vielschichtig sind und Grauwasser, Schwarzwasser, Antifouling-Farben und Scrubber-Abwässer umfassen. Laut den Forschern sind Meeresorganismen der Gesamtbelastung von Schadstoffen ausgesetzt, unabhängig von ihrem Ursprung.
Die Analyse von vier Hafenumgebungen ergab, dass drei davon ein kumulatives Risikoprofil aufwiesen, das den akzeptablen Grenzwert überschritt. Abwässer aus Scrubbern und Antifouling-Farben wurden als die signifikantesten Verursacher gefährlicher Substanzen identifiziert. Die Studie plädiert für die Berücksichtigung der Gesamtbelastung in Risikobewertungen, da kumulative Verschmutzung auch in ansonsten unberührten Meeresgebieten schwerwiegende Folgen haben kann.
Die Forscher fordern eine ganzheitliche Bewertung der Emissionen, da die alleinige Betrachtung einzelner Quellen die allgemeine Umweltriskogefahr unterschätzen kann. Sie betrachten die Studie als einen entscheidenden Schritt hin zu genaueren Umweltverträglichkeitsprüfungen im maritimen Sektor.