Sollten weniger Menschen Führungsrollen anstreben?
Forschung stellt die Attraktivität von Führungspositionen in Frage, da viele Manager scheitern. Gleichzeitig wird die Bedeutung kompetenter Untergebener betont.

Das Sprichwort, dass Menschen Unternehmen beitreten, aber Vorgesetzte verlassen, spiegelt ein breiteres Problem wider: Führung garantiert keine Effektivität, und viele Führungskräfte scheitern in ihren Rollen. Jahrzehntelange Forschung deutet darauf hin, dass Eigenschaften wie Narzissmus die Entstehung von Führung vorhersagen können, aber nicht deren Effektivität.
Schätzungen zufolge scheitern bis zu 50 Prozent der Führungskräfte in Unternehmen. Das Vertrauen in Führungskräfte ist auf einem historischen Tiefpunkt angelangt, und Investitionen in Führungskräfteentwicklung scheinen den öffentlichen Glauben daran nicht zu verbessern. Weit verbreitete Mitarbeiterentfremdung, die oft von direkten Vorgesetzten ausgeht, unterstreicht die Herausforderung ineffektiver Führung.
Umgekehrt wird die Bedeutung guter Untergebener zunehmend anerkannt. Intelligente, engagierte Mitarbeiter verbessern die Teamleistung. In demokratischen Systemen beeinflussen die Reife und Bildung der Wähler die Qualität gewählter Führungskräfte. Darüber hinaus können fähige Untergebene eine Kontrolle für schlechte Führung darstellen.
Viele streben Führungspositionen aus Status- und Erfolgsgründen an, manchmal ohne die notwendigen Fähigkeiten. Dies steht im Einklang mit dem Peter-Prinzip, wonach Menschen bis zu ihrer Inkompetenzebene befördert werden. Organisationen sollten erwägen, außergewöhnliche individuelle Beiträge ebenso wertzuschätzen und zu belohnen wie Führungspositionen.