Sierra Leone: Neue Ausbildungskapazitäten für Hebammen
Aktion Deutschland Hilft unterstützt die Verbesserung der Hebammenausbildung in Sierra Leone. Ein neues Praxislabor soll die praktische Ausbildung stärken und zur Senkung der Müttersterblichkeit beitragen.

Berlin – Aktion Deutschland Hilft unterstützt die Stärkung der Hebammenausbildung in Sierra Leone, einem Land, in dem die Gesundheitsversorgung für Schwangere und Neugeborene weiterhin eine große Herausforderung darstellt. Obwohl die Müttersterblichkeit seit dem Jahr 2000 deutlich gesunken ist, zählt Sierra Leone weiterhin zu den weltweit gefährlichsten Orten für werdende Mütter.
Ein entscheidender Faktor zur Senkung der Müttersterblichkeit ist der Anteil von Geburten, die von qualifiziertem Gesundheitspersonal begleitet werden. Sierra Leone leidet jedoch unter einem gravierenden Mangel an Hebammen. Laut dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) gibt es im Land nur 1.579 Hebammen, weniger als die Hälfte des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geschätzten Bedarfs von 3.000 Fachkräften.
Ein neues Praxislabor, ein sogenanntes "Skills Lab", wurde nun in Bo, der drittgrößten Stadt des Landes, offiziell eröffnet. Mit Unterstützung der Bündnisorganisation action medeor und ihres Partners Caritas Bo ermöglicht die erweiterte Einrichtung den Auszubildenden, theoretische Inhalte unter realitätsnahen Bedingungen zu üben, bevor sie mit Patientinnen arbeiten. Diese praxisorientierte Vorbereitung ist entscheidend, insbesondere in ländlichen Regionen, wo Schwangerschaften weiterhin ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen und qualifiziertes Personal oft fehlt.
Die 2017 gegründete Hebammenschule in Bo ist ein wichtiger Bestandteil des nationalen Gesundheitssystems. Seit 2020 staatlich geführt, bildet sie jährlich rund 50 Hebammen aus, etwa 30 Prozent aller Hebammenstudentinnen des Landes. Trotz ihrer Bedeutung leidet die Schule, wie das gesamte Bildungssystem Sierra Leones, unter chronischer Unterfinanzierung. Durch Spendengelder werden jedoch Renovierungen, die Deckung von Ausbildungskosten und die Bereitstellung von Schutzausrüstung umgesetzt, was die Lern- und Sicherheitsbedingungen erheblich verbessert.
Langfristig soll die verbesserte Ausbildung zur weiteren Senkung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit beitragen. Die Ausbildung zusätzlicher Fachkräfte verbessert die Gesundheitsversorgung für schätzungsweise 8.940 Frauen und ihre Kinder in der Südprovinz Sierra Leones. Aktion Deutschland Hilft sammelt weiterhin Spenden für weltweite Nothilfe.