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Gesundheit

Singapurer Forscher stellen Verbindung zwischen Darmmikroben und Angst her

Die Forschung der Duke-NUS Medical School zeigt, dass Darmmikroben Angstzustände beeinflussen, indem sie Stoffwechselprodukte wie Indole produzieren, die Gehirnwege für Angstregulation beeinflussen.

9. Juni 2026
Singapurer Forscher stellen Verbindung zwischen Darmmikroben und Angst her

Wissenschaftler der Duke-NUS Medical School in Singapur haben eine entscheidende Verbindung zwischen Darmmikroben und angstbezogenem Verhalten aufgedeckt. Ihre im Februar 2025 veröffentlichte Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Stoffwechselprodukte von Darmbakterien, insbesondere Indole, die Gehirnaktivität, die Angst reguliert, direkt beeinflussen.

Die Studie zeigte, dass keimfreie Mäuse, die keinen lebenden Mikroben ausgesetzt waren, signifikant höhere angstbezogene Verhaltensweisen aufwiesen als Mäuse mit einer normalen Mikrobiota. Diese erhöhte Angst wurde mit einer gesteigerten Aktivität in der basolateralen Amygdala in Verbindung gebracht, einem Hirnareal, das für die Verarbeitung von Emotionen wie Angst und Furcht entscheidend ist. Die Forscher stellten fest, dass das Fehlen von Mikroben die Funktion spezifischer SK2-Kalziumkanäle in Neuronen störte, welche mit angstbezogenem Verhalten assoziiert sind.

Als die keimfreien Mäuse Mikroben ausgesetzt oder direkt mit Indol-basierten Stoffwechselprodukten behandelt wurden, verringerte sich die Aktivität sowohl in der Amygdala als auch der SK2-Kanäle. Dies führte zu einer deutlichen Reduzierung des angstbezogenen Verhaltens, was stark darauf hindeutet, dass mikrobiell produzierte Verbindungen für die Aufrechterhaltung des psychischen Gleichgewichts unerlässlich sind.

Die Ergebnisse eröffnen neue Wege für therapeutische Interventionen bei Angststörungen. Associate Professor Shawn Je von der Duke-NUS betonte, dass die Forschung den spezifischen neuronalen Prozess aufzeigt, der das Mikrobiom mit der psychischen Gesundheit verbindet. Professor Sven Pettersson vom National Neuroscience Institute of Singapore hob das Potenzial von Indol-produzierenden Darmbakterien als Probiotika für die Entwicklung maßgeschneiderter Behandlungen für psychische Erkrankungen hervor.

Originalquelle: duke-nus.edu.sg