Mittelstand hofft auf Opt-Out-Modell bei betrieblicher Altersversorgung
Eine Studie zeigt, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland davon überzeugt sind, dass ein Opt-Out-Modell die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) deutlich steigern würde. Aktuell nutzen nur wenige Beschäftigte das Angebot, was zu niedrigeren Quoten führt.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland setzen große Hoffnungen auf das sogenannte Opting-out-Modell zur Steigerung der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Laut der aktuellen Untersuchung „bAV-Kompass Mittelstand“, die von der Universität Leipzig im Auftrag der R+V Versicherung durchgeführt wurde, sind 72 Prozent der befragten KMU überzeugt, dass ein kollektives Einbeziehen der Arbeitnehmer mit individueller Widerspruchsmöglichkeit die Verbreitung der bAV deutlich erhöhen kann.
Aktuell nutzt ein erheblicher Teil der Beschäftigten das Angebot der bAV nicht. Die Studie zeigt, dass bei einem Drittel der Unternehmen die bAV-Quote unter 20 Prozent liegt, bei einem weiteren Viertel zwischen 20 und 40 Prozent der Belegschaft. Dies liegt deutlich unter den Werten von Großunternehmen und auch unter dem deutschen Gesamtdurchschnitt von rund 60 Prozent.
Frank-Henning Florian, Vorstandsvorsitzender der R+V Lebensversicherung AG, appelliert an die Politik, einen rechtlichen Rahmen für die Einführung des Opting-out-Modells zu schaffen, insbesondere für KMU. Er verweist auf die USA, wo diese Modelle zu Beteiligungsquoten von über 80 Prozent führen und die bAV dadurch in allen Unternehmensgrößen flächendeckend verbreitet sei.
Die Untersuchung ergab zudem, dass die Arbeitgeberhaftung für viele KMU keine wesentliche Hürde darstellt. Hauptgründe für die geringe Beteiligung sind demnach begrenzte Budgets der Arbeitnehmer, mangelndes Wissen über die Vorteile der bAV und die empfundene Kompliziertheit des Systems. Insbesondere Geringverdiener und junge Beschäftigte sind unterrepräsentiert, was ihre finanzielle Situation im Alter gefährden könnte.