Sony Music und Warner Music verklagen KI-Firma Anthropic wegen Urheberrechtsverletzung
Sony Music und Warner Music haben eine Klage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht und werfen ihm die illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik und Texte zur Schulung seiner KI-Modelle vor.

Sony Music und Warner Music haben rechtliche Schritte gegen das Unternehmen für künstliche Intelligenz Anthropic eingeleitet und werfen ihm die illegale Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik und Texte zur Schulung seiner KI-Modelle vor. Mit dieser Klage ist Anthropic nun Zielscheibe aller drei großen Musikverlage, da Universal bereits im Januar eine ähnliche Klage eingereicht hatte.
Die Klageschrift behauptet, Anthropic habe Musik und Texte auf illegale Weise erworben, unter anderem durch Filesharing und das massenhafte Kopieren von Songtexten von Drittanbieter-Websites. Laut den Anschuldigungen soll Anthropic-Mitbegründer Benjamin Mann diese Aktivitäten persönlich durchgeführt oder angeordnet und offen in internen Kommunikationskanälen diskutiert haben. Anthropic, das zuvor einer Vergleichszahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar wegen urheberrechtlich geschützter Bücher zugestimmt hatte, erklärte: „Wir beabsichtigen, uns vor Gericht entschieden zu verteidigen."
Der Fall unterstreicht die Bedenken innerhalb der Medien- und Content-Erstellungsbranche hinsichtlich des Umgangs von KI-Unternehmen mit geistigem Eigentum. Frühere Vorfälle, wie die Unklarheiten bei OpenAI bezüglich der Trainingsdaten für ihr Sora-Videomodell, haben das Misstrauen geschürt. KI-Unternehmen verfolgen oft eine sehr liberale Auslegung des „Fair Use“, wenn es um die Sammlung von Inhalten für ihre Modelle geht.
Content-Erstellern wird empfohlen, sich auf diese Entwicklung vorzubereiten. Eine reine Blockierung von Inhalten kann zu einer verringerten Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen führen. Stattdessen wird ein strategischer Ansatz empfohlen, der die Blockierung von Trainingsbots beinhaltet, während der Zugriff nur für Abruf-Bots (Retrieval Bots) gestattet wird. Darüber hinaus können eigene Verifizierungssysteme implementiert werden, um zu verfolgen, welche Daten Bots abrufen, und diese als Beweismittel gegen potenziellen Missbrauch zu protokollieren.
Es wird davon ausgegangen, dass KI-Unternehmen Anreize haben, sich an Regeln zu halten, da Lizenzvereinbarungen und Gerichtsverfahren kostspielig die Folgen von Fehlern bei der Content-Akquisition gezeigt haben. Klare Beweise für eine illegale Nutzung würden schwerwiegende Konsequenzen für diese Unternehmen nach sich ziehen.