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Wissenschaft

Naturpark Soonwald-Nahe wird zur "Schwammregion" für besseres Wassermanagement

Im Naturpark Soonwald-Nahe in Rheinland-Pfalz wird ein Projekt umgesetzt, das ländliche Gebiete in "Schwammregionen" umwandelt. Ziel ist es, die Wasseraufnahmefähigkeit der Landschaft zu erhöhen und sie widerstandsfähiger gegen extreme Wetterereignisse zu machen.

1. Oktober 2026
Naturpark Soonwald-Nahe wird zur "Schwammregion" für besseres Wassermanagement

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert ein Projekt im Naturpark Soonwald-Nahe in Rheinland-Pfalz, das darauf abzielt, ländliche Gebiete in sogenannte Schwammregionen umzuwandeln. Die Landschaft soll so umgestaltet werden, dass sie bei Starkregen möglichst viel Wasser aufnimmt und in Trockenperioden kontrolliert wieder abgibt. Ein Team der Hochschule Geisenheim unter der Leitung von Projektmanagerin Jenny Eckes, Dr. Jörn Schultheiß und Prof. Dr. Eckhard Jedicke setzt das Vorhaben um.

Die Region leidet unter jahrhundertelangen menschlichen Eingriffen, wie Entwässerungsgräben in Wald und Feld, was ihre Fähigkeit zur Wasserspeicherung im Gelände stark reduziert hat. Dies macht die Landschaft anfällig für Extremwetterlagen wie Dürren oder Überschwemmungen. Im Rahmen des Projekts werden Gräben im Wald geschlossen, damit Wasser wieder in den Boden einsickern kann, anstatt abzufließen.

Weitere Maßnahmen umfassen den Bau kleinerer Wasserrückhaltebecken, die Förderung bodenschonender landwirtschaftlicher Bewirtschaftung und die Anpflanzung von Gehölzen zur Erosionsbekämpfung. Gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt e.V. werden zudem Holzkästen im Wald errichtet, die bei Starkregen Geröll und Schlamm zurückhalten sollen. Von diesen Maßnahmen profitieren Kommunen durch Hochwasserschutz sowie Land- und Forstwirtschaft durch gesicherte Böden und Wasserversorgung auch bei Trockenheit.

Das Projekt soll einen Leitfaden für die Übertragbarkeit der erprobten Maßnahmen auf andere Regionen in Deutschland und Europa erstellen. Das im Projektverlauf entstehende Netzwerk wird auch nach Ende der Förderung aktiv bleiben, um die langfristige Entwicklung von Schwammregionen zu unterstützen.

Originalquelle: dbu.de