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Wissenschaft

Spinnengift birgt Potenzial für medizinische Anwendungen

Fraunhofer-Forscher untersuchen Spinnengifte für die Entwicklung neuer Medikamente und Bioinsektizide. Das Gift zeigt vielversprechende Ansätze zur Behandlung von ZNS-Erkrankungen und Infektionen.

21. Juni 2026
Spinnengift birgt Potenzial für medizinische Anwendungen
Bild ist eine KI-generierte Illustration

Das Potenzial von Spinnengiften für medizinische Anwendungen wird am Fraunhofer-Institut erforscht. Der Schwerpunkt liegt auf der Nutzung der Giftbestandteile zur Entwicklung neuer Wirkstoffkandidaten, beispielsweise für Schmerzmittel und Antibiotika. Darüber hinaus können aus den Giften wirksame Bioinsektizide hergestellt werden.

Dr. Tim Lüddecke, Leiter der Arbeitsgruppe Animal Venomics am Fraunhofer IME, hebt die besonderen Eigenschaften von Spinnengiften hervor. Seiner Aussage nach sind die Gifte in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes und eignen sich gut für therapeutische Zwecke, da sie für den Menschen nicht gefährlich sind. Die Forschung untersucht Methoden zur Gewinnung und Synthese der Toxine in größeren Mengen für den kommerziellen Einsatz.

Spinnengifte gelten auch als vielversprechend im Kampf gegen Erkrankungen des Zentralnervensystems. Peptide und Proteine, die im Gift vorkommen, haben nachweislich die Funktion von Nervenzellen beeinflusst, was neue Wege für die Behandlung neurologischer Erkrankungen eröffnet.

Die Forschung des Fraunhofer-Instituts zielt darauf ab, die vielfältigen Potenziale von Spinnengiften zu identifizieren und zu nutzen. Ziel ist die Entwicklung neuartiger, natur basierter Lösungen zur Förderung der menschlichen Gesundheit und zur Unterstützung einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Originalquelle: fraunhofer.de