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Staatliche Kunstsammlungen Dresden sagen Ausstellung zu Postkolonialismus ab

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben die geplante Ausstellung „Das Jahr 1983“ abgesagt. Als Gründe werden Differenzen über das Konzept und Äußerungen der Kuratorin in sozialen Netzwerken genannt.

2. November 2026
Staatliche Kunstsammlungen Dresden sagen Ausstellung zu Postkolonialismus ab

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben die für die Reihe „Sequenzen: Verflochtene Internationalismen“ geplante Ausstellung „Das Jahr 1983“ kurzfristig abgesetzt. Die Schau sollte die kolonialen und postkolonialen Verflechtungen zwischen Deutschland, insbesondere der ehemaligen DDR, und Namibia thematisieren. Neben inhaltlichen Differenzen über das Ausstellungskonzept waren Äußerungen der Kuratorin Zoé Samudzi in sozialen Netzwerken ausschlaggebend für die Entscheidung.

Geplant waren unter anderem Installationen der namibischen Künstlerin Tuli Mekondjo, welche deutsche Kolonialuniformen und die Kleidung von SWAPO-Guerillakämpfern gegenüberstellen sollten. Zudem sollte das Kollektiv Forensic Architecture die Ergebnisse einer Rekonstruktion des Konzentrationslagers Haifischinsel präsentieren, die die dort verübten Verbrechen während des Völkermords an den Herero und Nama dokumentieren sollte.

Die Absage reiht sich in eine intensiv geführte Debatte über den Umgang mit postkolonialer Theorie in Deutschland ein. Kritiker betonen, dass der öffentliche Diskurs nach dem 7. Oktober zunehmend dazu führt, dass sich wissenschaftliche und künstlerische Projekte, die sich mit deutscher Kolonialgeschichte auseinandersetzen, unter einem hohen politischen Druck befinden und Debatten oft an aktuellen politischen Spannungsfeldern scheitern.

Originalquelle: nd-aktuell.de