Stanford-Studenten verlassen Pichais Rede aus Protest gegen Google-Verträge
Über hundert Stanford-Studenten verließen die Abschlussrede von Google-CEO Sundar Pichai. Die Organisatoren gaben an, dass der Protest nicht wegen KI stattfand, sondern wegen Googles Verträgen mit der US- und der israelischen Regierung.

Mehr als hundert Stanford-Studenten haben im Mai die Abschlussrede von Google-CEO Sundar Pichai verlassen. Die Organisatoren nannten als Grund für ihre Demonstration Bedenken hinsichtlich der Verträge von Google mit der US-Regierung, der israelischen Regierung und dem US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE). Sie wiesen darauf hin, dass Pichai künstliche Intelligenz (KI) in seiner Rede nicht explizit erwähnte.
Kürzliche Abschlussfeiern an Universitäten in den USA waren von Studentenprotesten geprägt, wobei KI für Kontroversen sorgte. Eine aktuelle Gallup-Umfrage zeigte, dass die Haltung der Generation Z gegenüber KI abgenommen hat: Nur 22 Prozent äußerten Begeisterung, während 42 Prozent Angst vor der Technologie empfinden.
An der Stanford University, die traditionell eng mit dem Silicon Valley verbunden ist, erhielt der Protest eine breitere politische Dimension. Die Organisatorinnen Amanda Campos und Eva Jones erklärten in einem Interview, dass ihr Hauptziel darin bestand, die Geschäftsbeziehungen von Google mit staatlichen Stellen hervorzuheben, insbesondere im Kontext des Nahostkonflikts. Der Ausmarsch erregte erhebliche internationale mediale Aufmerksamkeit, und Videos des Ereignisses fanden weite Verbreitung im Internet.
Campos, die Umweltpolitik studierte, beschrieb Stanford als von Unternehmensinteressen beeinflusst. Die Organisatoren betrachteten den Protest als erfolgreich im Hinblick auf die Schaffung eines breiten Bewusstseins für Unternehmensethik und Regierungsverträge. Auch wenn die direkte Auswirkung auf Googles Praktiken noch abzuwarten ist, lenkte die Demonstration effektiv die Aufmerksamkeit auf die von ihnen angesprochenen Themen.