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Einzelhandel

Starbucks stellt KI-Inventur-Tool nach neun Monaten ein

Starbucks hat ein KI-gestütztes Inventurwerkzeug, das im September eingeführt wurde, nach nur neun Monaten wieder eingestellt. Das "Automated Counting"-System führte zu Fehlern und Mehrarbeit für das Personal.

27. Juli 2026
Starbucks stellt KI-Inventur-Tool nach neun Monaten ein

Starbucks hat sein KI-gestütztes Inventurwerkzeug "Automated Counting" nur neun Monate nach seiner Einführung zurückgezogen. Das im September gestartete System sollte mittels einer iPad-Kamera die Bestandsaufnahme beschleunigen, von einer Stunde auf nur 10 bis 12 Minuten reduzieren.

Baristas in den USA meldeten jedoch erhebliche Fehlfunktionen. Die App zählte häufig Spiegelungen als Produkte, identifizierte Milchsorten falsch und erfasste sogar Mülleimer als Lebensmittel. An Standorten mit unzuverlässigem Internet ging der Fortschritt der App verloren, wenn die WLAN-Verbindung abbrach, was das Personal zu manuellen Nachzählungen zwang – obwohl zuvor gewarnt wurde, dass manuelle Zählungen nicht mehr ausreichend seien.

Das Werkzeug, dessen Entwicklungs- und Einführungskosten auf über 10 Millionen US-Dollar geschätzt werden, wurde bis Ende September in allen 11.300 Starbucks-Filialen eingeführt. Starbucks bezeichnete den Vorgang als Funktionieren ihrer "Test-and-Learn-Kultur: Zuhören, lernen und anpassen". Der Technologiepartner NomadGo bestätigte Starbucks als wichtigen Kunden, wies aber auf die Herausforderungen des Projektumfangs hin.

Die Inventur wird nun zu traditionellen manuellen Methoden zurückkehren. Die Einstellung des Werkzeugs stellt einen der bedeutendsten Rückzüge von Arbeitsplatz-KI in der US-Wirtschaft dar und dient als Mahnung für Unternehmen, die neue Technologien schnell einführen wollen. Dieser Vorfall verdeutlicht die Lücke zwischen den Erwartungen im Vorstand und der Realität vor Ort.

Originalquelle: fastcompany.com