Startup-Aktienprobleme führen zu Rechtsstreitigkeiten
Gängige Vesting-Regelungen für Startup-Aktien verursachen kostspielige Rechtsstreitigkeiten bei Ausscheiden von Gründern. Neue Vertragsmodelle sind notwendig.

Ein weit verbreitetes Vesting-Modell mit vierjähriger Laufzeit und einjähriger Karenzzeit bei Venture-Capital-finanzierten Startups führt häufig zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten, wenn Gründer das Unternehmen verlassen. Dies erklärt David Siegel, Partner bei Grellas Shah LLP.
Wenn ein Mitgründer mit erheblichem Anteil ausscheidet, freiwillig oder unfreiwillig, kann er einen großen Teil der Unternehmensanteile behalten. Dies wird von Investoren und verbleibenden Partnern oft als "tote Last" (dead weight) betrachtet – ein Anteilseigner, der keinen Wert mehr beiträgt, aber weiterhin Anspruch auf einen erheblichen Teil zukünftiger Erträge hat.
Diese Situation kann Startups schaden, indem sie die Motivation der verbleibenden Mitarbeiter beeinträchtigt, zukünftige Verwässerungspools für Neueinstellungen oder Finanzierungsrunden erschwert und Kontroll- und Stimmrechtsprobleme verursacht, wenn der ausgeschiedene Gründer weiterhin erheblichen Einfluss hat. Die Akzeptanz großer Anteile durch Investoren ist gesunken; viele erwarten heute, dass ehemalige Gründer nicht mehr als 2,5% der Kapitalstruktur halten.
Siegel argumentiert, dass das traditionelle Vesting-Modell keine Mechanismen zur Rückforderung von Aktien vorsieht, was Unternehmen dazu zwingt, ausscheidende Gründer unter Druck zu setzen oder auf Rechtsstreitigkeiten zurückzugreifen, die Hunderttausende von Dollar kosten können. Er schlägt vor, dass die Branche von Anfang an differenziertere Gründungsdokumente einführen muss.
Lösungsansätze umfassen die automatische Entziehung des Stimmrechts nach dem Ausscheiden, die Einführung längerer und rückwirkend gewichteter Vesting-Zeitpläne (z. B. fünf oder sechs Jahre mit steigenden Prozentsätzen pro Jahr), die Vorabvereinbarung von Rückkaufmethoden und -preisen für erworbene Aktien nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder die automatische Umwandlung von Aktien in eine Klasse mit schlechteren wirtschaftlichen und Stimmrechtsrechten.