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Technologie

Startup bietet nach Tattoos Vorstellungsgespräche an, entschuldigt sich später

Das Y-Combinator-Startup LemonLime bot garantierten Vorstellungsgesprächen für Kandidaten an, die sich bei einer Firmenveranstaltung tätowieren ließen. Der Gründer entschuldigte sich später für die ausbeuterisch wirkende Taktik.

30. Juli 2026
Startup bietet nach Tattoos Vorstellungsgespräche an, entschuldigt sich später

Das KI-Unternehmen LemonLime mit Sitz in San Francisco, ein Startup, das durch Y Combinator gefördert wurde, hat für seine unkonventionelle Einstellungspraxis Kritik erhalten: die Garantie von Vorstellungsgesprächen im Austausch für das Stechen einer Tätowierung. Ein engagierter Tätowierer bot diese Anreize während einer Nachfeier der YC Startup School an.

Mitbegründer Jordan Zietz teilte ursprünglich in sozialen Medien mit, dass sieben Personen bei der Veranstaltung ein Tattoo erhalten hätten, mit dem Ziel, Mitarbeiter zu finden, die „genauso verrückt“ seien wie die Gründer des Unternehmens. Er beschrieb das Unternehmen als mutig und risikobereit, wobei das Engagement für seine Mission betont wurde. Beiträge von Teilnehmern in sozialen Medien bestätigten das Angebot, und einige erwähnten auch andere Anreize wie Fallschirmsprung-Möglichkeiten im Austausch für Engagement auf LinkedIn.

Die Initiative stieß jedoch online schnell auf Gegenwind. Kommentatoren bezeichneten die Praxis als ausbeuterisch und als schlechten Spiegel der aktuellen Arbeitsmarktlage, und deuteten an, dass sie die Verzweiflung der Bewerber ausnutze. Bedenken wurden auch hinsichtlich möglicher Diskriminierung von Personen geäußert, die religiöse oder moralische Einwände gegen Tattoos haben, sowie hinsichtlich des Risikos, dass Kandidaten diese permanente Körperkunst erwerben, nur um dann abgelehnt zu werden.

Nach der negativen Reaktion entschuldigte sich Zietz. Er räumte ein, dass das Angebot von Tätowierungen im Zusammenhang mit Vorstellungsgesprächen ein schlechtes Urteilsvermögen erkennen ließ, auch wenn die Teilnehmer ihre eigenen Designs wählten und allen Bewerbern Gespräche angeboten wurden. Zietz gab an, dass das Unternehmen seine Beiträge zu der Veranstaltung entfernt habe und anbot, die Kosten für die Tattooentfernung für alle zu übernehmen, die Reue empfinden, und entschuldigte sich für den durch das Angebot geschaffenen Druck und die Dynamik.

Originalquelle: fastcompany.com