Start-up Reflect Orbital plant Satelliten für nächtliche Sonnenlicht-Reflektion
Reflect Orbital will Sonnenlicht mittels Satelliten auf die Erde lenken, um nachts Beleuchtung anzubieten. Astronomen kritisieren das Vorhaben scharf.

Das kalifornische Unternehmen Reflect Orbital entwickelt ein System, bei dem im Weltraum positionierte Spiegel Sonnenlicht gezielt auf die Erde reflektieren sollen. Der Dienst soll unter anderem für Katastrophengebiete oder industrielle Projekte eingesetzt werden und wird mit rund 5 000 US-Dollar pro Stunde kalkuliert.
Während das Unternehmen für einen Testlauf die Genehmigung der US-Kommunikationsbehörde FCC erhalten hat, wurden weitere Starts in Indien gebucht, um US-Regulierungen für die zukünftige Konstellation zu umgehen. CEO Ben Nowack betonte, man werde Gebiete meiden, in denen Lichtverschmutzung strikt untersagt ist.
Wissenschaftler und Umweltschützer warnen jedoch vor massiven Beeinträchtigungen der astronomischen Forschung und gestörten Biorhythmen bei Lebewesen. Der Astrophysiker Gaspar Bakos von der Princeton University bezeichnet das Projekt als existenzielle Bedrohung für die bodengestützte Astronomie, da die Lichtstrahlen Beobachtungen unmöglich machen könnten.
Das Vorhaben unterstreicht die wachsende Kontroverse um die zunehmende Kommerzialisierung des erdnahen Weltraums und die damit verbundene Veränderung des Nachthimmels durch private Satellitenflotten.