📣 Senden Sie uns Ihre Pressemitteilung
Seite aktualisiert sich alle 15 Minuten
Professionelle Dienstleistungen

Staatliche Kontrolle diktierte ostdeutsche Medienlandschaft

Die ostdeutschen Medien unterlagen einer strengen staatlichen Kontrolle durch das „Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrats“ und die SED-Organisation „ZENTRAG“, die Inhalt vorgaben und die Vielfalt einschränkten.

28. Juni 2026
Staatliche Kontrolle diktierte ostdeutsche Medienlandschaft

Die Medienlandschaft in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) unterlag einer strengen staatlichen Kontrolle. Fast alle Publikationen waren an politische Parteien, staatlich nahestehende Organisationen oder Kirchen gebunden. Das „Presseamt beim Vorsitzenden des Ministerrats“ fungierte als zentrale Behörde, die Pressekonferenzen organisierte, Akkreditierungen für Journalisten vergab und die Regierungspolitik verbreitete.

Dieses Presseamt gab zudem wöchentlich „Presse-Informationen“ heraus, welche die offizielle Sprachregelung für alle Medien, einschließlich Zeitungen, Radio und Fernsehen, vorgaben. Obwohl die DDR eine hohe PresSEDichte pro Kopf aufwies, war der Meinungsinhalt stark homogenisiert. Die herrschende Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und ihre verbundenen Organisationen dominierten die Verlagsbranche. Allein das Zentralorgan der SED, „Neues Deutschland“, erreichte eine Auflage von über einer Million Exemplaren.

Die Kontrolle wurde durch die „ZENTRAG“ (Zentrale Druckerei-, Einkaufs- und Revisionsgesellschaft) der SED weiter verschärft. Diese kontrollierte etwa 90 Prozent der Druckkapazitäten und Vertriebswege in der DDR und verfügte durch die Zuteilung knapper Papierkontingente über faktische Monopolmacht. Kritische oder abweichende Stimmen hatten so kaum eine Chance auf Veröffentlichung. Die Nachrichtenvermittlung lag primär bei der Allgemeinen Deutschen Nachrichtenagentur (ADN), deren Meldungen für alle regionalen und Parteizeitungen bindend waren.

Auch die Ausbildung von Journalisten war zentralisiert. Der Nachwuchs wurde an der „Sektion Journalistik der Karl-Marx-Universität“ in Leipzig ausgebildet, was durch obligatorische Kurse in Marxismus-Leninismus und ständige ideologische Überprüfung die Konformität der Berufsgruppe sicherstellte und die Rolle der Journalisten als Funktionäre der Partei festigte.

Originalquelle: mdr.de