Landesschülerrat fordert Jugendschutz ohne Social-Media-Verbot
Der niedersächsische Landesschülerrat spricht sich gegen pauschale Social-Media-Verbote an Schulen aus. Stattdessen fordert die Vertretung mehr Medienbildung und eine stärkere Einbindung der Plattformbetreiber.

Der Landesschülerrat Niedersachsen, die Interessenvertretung von rund 1,1 Millionen Schülerinnen und Schülern, fordert einen besseren Jugendschutz im digitalen Raum, lehnt aber pauschale Verbote von Social Media in Schulen ab. Stattdessen setzt sich die Organisation für mehr Medienkompetenz und eine stärkere Einbindung der Eltern ein.
Wie der Vorsitzende Otto Ellerbrock erklärte, sei es wichtig, junge Menschen an Diskussionen über ihre Mediennutzung zu beteiligen. Social Media berge zwar Gefahren, biete aber auch pädagogisch wertvolle Inhalte. Die aktuelle Debatte sei zu negativ und stelle jugendliche Nutzer pauschal als gefährdet dar.
Ellerbrock sieht insbesondere die Plattformbetreiber in der Pflicht, den Jugendschutz zu gewährleisten, beispielsweise durch eine effektivere Altersverifikation auf europäischer Ebene. Zudem müssten Lehrkräfte besser für die Vermittlung von Medienkompetenz fortgebildet und die Medienbildung stärker in den Schulalltag integriert werden.
Der Landesschülerrat plädiert für eine Stärkung der Medienbildung im Unterricht. Ein generelles Handyverbot lehnt Ellerbrock ab, schließt aber nicht aus, dass es hier differenzierte Ansichten unter den Schülern gibt. Zeitnah werden Empfehlungen von einer EU-Expertenkommission und einer Fachkommission der Bundesregierung zur Stärkung des Kinderschutzes erwartet.