Studie: KI, die Arztzeit sparen soll, bindet sie stattdessen
Neue Forschungsergebnisse des Dartmouth College zeigen, dass die Korrektur von KI-Medizinfehlern und fehlenden Nachfassaktionen Ärzte mehr Zeit kostet, als sie einsparen sollte.

Eine neue Studie des Dartmouth College deutet darauf hin, dass die Einführung künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen die Arbeitsabläufe von Ärzten möglicherweise nicht wie erwartet beschleunigt. Stattdessen kostet die Korrektur von KI-generierten Antworten auf Fehler oder Ungenauigkeiten sowie das Hinzufügen fehlender Nachfragen wertvolle Zeit von Ärzten, die für die Patientenversorgung genutzt werden könnte.
Die Forschung, die auf der Jahrestagung der Association of Computational Linguistics 2026 vorgestellt wurde, analysierte über 146.000 Patienten-Arzt-Gespräche innerhalb des Dartmouth Health Systems. Dies stellte eine groß angelegte Bewertung von Online-Patientenportalen dar, die KI zur Erstellung von Antworten nutzen.
Die Forscher stellten fest, dass KI-generierte Antworten häufig nicht mit dem übereinstimmten, was Ärzte typischerweise schreiben würden. Probleme umfassten Antworten, die zu lang waren, irrelevante oder falsche medizinische Details enthielten oder notwendige Nachfragen vermissen ließen. Folglich müssen Ärzte Zeit investieren, um diese von der KI generierten Ergebnisse zu korrigieren.
"Wir stellen fest, dass KI wie ein Arzt klingen kann, aber nicht wie einer denkt", erklärte Sarah Preum, die korrespondierende Autorin der Studie. Die Ergebnisse deuten auf die Notwendigkeit verbesserter KI-Schulungsmethoden in Gesundheitsanwendungen hin, um Kliniker besser zu unterstützen und die Effizienz zu steigern.