Studie: Klimaanpassung in Küstenstädten unzureichend
Eine neue LMU-Studie zeigt, dass die Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Küstenstädten weltweit oft in Tiefe, Umfang und Geschwindigkeit unzureichend sind.

München – Küstenstädte sind zentrale Knotenpunkte der Weltwirtschaft und Gesellschaft, aber auch besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Eine neue internationale Studie unter Leitung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat den Stand der Klimaanpassung in diesen Städten untersucht und sowohl Fortschritte als auch erhebliche Mängel aufgedeckt.
Die in der Fachzeitschrift Nature Cities veröffentlichte Forschungsarbeit analysierte publizierte wissenschaftliche Erkenntnisse aus 199 Städten in 54 Ländern. Die Forscher stellten fest, dass die Anpassungsmaßnahmen hauptsächlich auf den Meeresspiegelanstieg und Überschwemmungen abzielen, während andere Risiken wie Sturmfluten oder Erosion weniger Beachtung finden.
In entwickelteren Regionen wie Nordamerika und Europa sind technische und institutionelle Maßnahmen, wie etwa umfassende Deiche und Anpassungen in der Stadtplanung, weiter verbreitet. In Afrika und Asien dominieren hingegen verhaltensbezogene Maßnahmen, wodurch Bevölkerung und Unternehmen oft auf sich allein gestellt sind.
Laut der Studie sind die Anpassungsmaßnahmen in der Mehrheit der untersuchten Städte nicht ausreichend tiefgehend, umfangreich oder schnell genug. Städte wie Ho-Chi-Minh-Stadt expandieren weiterhin in überschwemmungsgefährdete Gebiete, was langfristig erhebliche Risiken birgt. Die Forscher betonen die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels im Risikomanagement und einer zügigeren Umsetzung.