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Gesundheit

Gutachten: Erhöhte Herstellerabschläge drohen der deutschen Wirtschaft zu schaden

Eine neue Untersuchung des BASYS-Instituts warnt, dass die Anhebung des Herstellerabschlags für patentgeschützte Medikamente der deutschen Gesamtwirtschaft mehr schaden als nützen könnte.

14. Oktober 2026
Gutachten: Erhöhte Herstellerabschläge drohen der deutschen Wirtschaft zu schaden

Eine neue volkswirtschaftliche Analyse des BASYS-Instituts kommt zu dem Schluss, dass die Pläne der deutschen Politik zur Erhöhung des Herstellerabschlags für patentgeschützte Arzneimittel langfristig nachteilig für die Wirtschaft sein könnten. Der Bericht, der als Reaktion auf Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit zur Stabilisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) veröffentlicht wurde, betont, dass die vorgeschlagenen Sparmaßnahmen die Gesundheitsversorgung, die Wirtschaft und die Innovationskraft Deutschlands schwächen könnten.

Derzeit sind Pharmaunternehmen gesetzlich verpflichtet, einen Abschlag von sieben Prozent auf patentgeschützte Medikamente zu gewähren. Die Finanzkommission Gesundheit hat vorgeschlagen, diesen Abschlag bis 2027 auf 14 Prozent zu erhöhen und ab 2028 zu dynamisieren. Während dies der GKV bis 2030 voraussichtlich rund 5,2 Milliarden Euro an zusätzlichen Einsparungen bringen könnte, deuten die Berechnungen des BASYS-Instituts darauf hin, dass die wirtschaftlichen Folgen deutlich negativer ausfallen könnten.

Laut der Untersuchung des BASYS-Instituts könnte jeder Euro, der durch die Erhöhung des Herstellerabschlags eingespart wird, zu volkswirtschaftlichen Wertschöpfungsverlusten von bis zu 3,80 Euro führen. Über den Zeitraum von 2026 bis 2030 berechnet das Institut einen kumulierten nominalen Wertschöpfungsverlust von bis zu 48,1 Milliarden Euro, falls der Abschlag auf 16 Prozent angehoben würde. Dies resultiert aus direkten und indirekten Effekten, die die Wertschöpfung der Pharmaunternehmen und breitere Wirtschaftsaktivitäten beeinträchtigen.

Der Bericht kritisiert diesen Ansatz, der kurzfristige Einsparungen durch Intensivierung bestehender Preisregulierungsmechanismen erzielen will. Die deutsche Pharmaindustrie trug bereits im Jahr 2025 mit rund 29 Milliarden Euro maßgeblich zur finanziellen Stabilisierung der GKV bei. Zusätzlicher Druck könnte die Investitionen des Sektors in Forschung und Entwicklung sowie seine Fähigkeit, zukünftig neue und innovative Behandlungen anzubieten, gefährden.

Die Analyse des BASYS-Instituts unterstreicht die Notwendigkeit, dass die Politik die kurzfristigen Einsparungen sorgfältig gegen die langfristigen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Konsequenzen abwägt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten Deutschlands Position als Innovationsstandort und Wirtschaftsmotor beeinträchtigen.

Originalquelle: pharma-fakten.de