Studie: EU-'Leitplanken' für KI zu starr für technischen Wandel
Neue Forschung warnt, dass der Regulierungsrahmen der EU für künstliche Intelligenz zu starr ist und sich nur schwer an schnelle technologische Fortschritte anpassen lässt.

Eine neue Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Big Data & Society", warnt, dass der "Leitplanken"-Mechanismus der Europäischen Union zur Regulierung künstlicher Intelligenz (KI) sowohl in der Politik als auch in der praktischen Umsetzung Mängel aufweist. Forscher argumentieren, dass das Regulierungssystem zu starr ist, um sich an die rasante Entwicklung der KI anzupassen.
Die Studie deutet darauf hin, dass der EU-Rahmen durch jahrelange Verhandlungen und politische Koordination entstanden ist, was seine Änderung sehr schwierig macht. Umgekehrt ist die Abschaffung bestimmter Bestimmungen einfacher, was eine "Starrheitfalle" schafft. Der ursprünglich für 2025 geplante AI Act wurde durch den "AI Simplification Act" ersetzt, was auf ein langsameres Regulierungstempo hindeutet.
Die Wissenschaftler argumentieren, dass der derzeitige Rahmen der EU ihr Ziel einer vertrauenswürdigen, menschenzentrierten KI, die die Grundrechte achtet, nicht erreicht hat. Im Gegensatz dazu wird das Regulierungsmodell der USA als "Schleppseil" beschrieben, das nach Bedarf angezogen oder gelockert werden kann und eine höhere Durchsetzbarkeit und schnellere Umsetzung als die EU-"Leitplanken" bietet.
Darüber hinaus versucht das EU-System, alle potenziellen KI-Risiken vorherzusehen und umfassende Vorschriften zu erlassen. Die Studie stellt jedoch fest, dass es unmöglich ist, alle Risiken im Voraus zu erkennen, was zu Implementierungsproblemen und einem begrenzten öffentlichen Nutzen führt. Die USA hingegen erlassen in der Regel Vorschriften, die auf bestimmte Unternehmen oder Branchen abzielen, sobald konkrete Risiken auftreten.
Die Forschung war das Ergebnis einer Zusammenarbeit der University of Exeter, des Europäischen Hochschulinstituts und der Universität Lausanne.