Studie: Hohe Intelligenz kann bei Frauen zu Nachteilen am Arbeitsplatz führen
Eine im Journal of Applied Psychology veröffentlichte Studie zeigt, dass Frauen mit hoher kognitiver Leistungsfähigkeit häufiger auf soziale Ausgrenzung und Misstrauen stoßen als ihre männlichen Kollegen.

Untersuchungen an 826 Beschäftigten in 140 Teams deuten darauf hin, dass intelligente Frauen am Arbeitsplatz häufiger als feindselig oder unsozial wahrgenommen werden. Während bei Männern hohe kognitive Fähigkeiten in der Regel positiv gewertet werden, führt dies bei Frauen oft zu einem Mangel an kollegialer Unterstützung und einer aktiven Ausgrenzung aus Arbeitsprozessen.
Laut Vanessa Bohns von der Cornell University sind die Ergebnisse auf tief sitzende Geschlechterklischees zurückzuführen. Frauen wird häufig eine gemeinschaftsorientierte, eher unterwürfige Rolle zugeschrieben. Wenn Frauen Kompetenz beweisen, wird dies oft als Bruch dieser Rollenerwartungen interpretiert, was eine unbewusste Sanktionierung zur Folge hat. Die Studie legt nahe, dass dies selbst dann geschieht, wenn die betroffenen Frauen nicht explizit durchsetzungsstark auftreten.
Die Ergebnisse werfen Fragen zur gelebten Meritokratie in modernen Unternehmen auf. Obwohl Intelligenz als Grundlage für beruflichen Erfolg propagiert wird, führt die soziale Dynamik in der Praxis dazu, dass leistungsfähige Frauen benachteiligt werden. Diese verdeckte Form der Diskriminierung, bei der Unterstützung verweigert oder Informationen zurückgehalten werden, erschwert den Aufstieg und die berufliche Anerkennung für Frauen erheblich.