Studie: Internet-Abschaltungen könnten Unterstützung für sie erhöhen
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Personen nach dem Erleben von Internetabschaltungen eine erhöhte Unterstützung für solche Maßnahmen angaben.

Medianama hat Forschungsergebnisse veröffentlicht, die die allgemeine Annahme darüber in Frage stellen, wie Internetabschaltungen die öffentliche Meinung beeinflussen. Eine in Indien durchgeführte Studie ergab, dass Personen, die persönlich Internetbeschränkungen erlebten, paradoxerweise eine verstärkte Unterstützung für diese Maßnahmen angaben. Dies steht im Widerspruch zu der Hypothese, dass persönliche Schwierigkeiten zu größerer Ablehnung führen würden.
Das Experiment umfasste 250 Teilnehmer im ländlichen Nordindien, die mit etwa zwei Tageslöhnen entschädigt wurden, um sich freiwillig für 48 Stunden vom Internet zu trennen. Vor und nach der Trennungsperiode wurden sie zu ihren Einstellungen bezüglich Abschaltungen befragt. Überraschenderweise zeigte die Befragung nach dem Erlebnis einen Anstieg der Unterstützung der Teilnehmer für Internetabschaltungen.
Eine qualitative Analyse der Teilnehmerinterviews beleuchtete dieses Phänomen. Viele Befragte berichteten, ihre Internetzeit durch andere Aufgaben ersetzt und die Trennung als "digitale Entgiftung" empfunden zu haben, was die negativen Auswirkungen der Offline-Zeit zu mildern schien. Dies deutet darauf hin, dass die empfundene Unannehmlichkeit durch andere Faktoren, die das Nutzererlebnis beeinflussen, ausgeglichen werden könnte.
Internetabschaltungen sind weltweit zu einem Problem geworden und werden von Regierungen aus verschiedenen Gründen eingesetzt, von der nationalen Sicherheit über die Prüfungsintegrität bis hin zur Kontrolle von Protesten. Die Studie hebt jedoch eine mögliche unbeabsichtigte Folge hervor: dass das Erleben solcher Abschaltungen die öffentliche Zustimmung nicht unbedingt verringern mag, insbesondere in Gesellschaften, die stark von digitaler Infrastruktur für das tägliche Leben abhängig sind, wie es in Teilen Indiens der Fall ist.